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Auf der Gartentür steht noch der Name von Orffs Tochter Godela Büchtemann-Orff, die dort bis 2013 lebte – die Villa selbst kann man von der Straße aus kaum sehen. 

Historische Orff-Villa wird abgerissen

Grafrath – Die Orff-Villa an der Adalmuntstraße im Grafrather Ortsteil Unteralting wird schon bald Geschichte sein. Das historisch bedeutsame Gebäude muss drei Einfamilienhäusern weichen. Der Bauherr will aber eine Gedenktafel aufstellen lassen, die weiter an die Familie des bekannten Komponisten und Musikpädagogen Carl Orff erinnert.

Die Eltern Orffs lebten rund 20 Jahre in Unteralting, wo der Komponist auch aufwuchs. Noch als Erwachsener war Orff auf Besuch im elterlichen Haus, das ursprünglich an der Stelle der Villa stand. Dem Komponisten wird folgendes Zitat über das Haus im damals noch eigenständigen Unteralting zugeschrieben: „Für mich war es seit je eine zweite Heimat.“

Die jetzt dem Abriss geweihte Villa entstand indessen erst nach dem Tod des Komponisten. Dessen einzige Tochter Godela Büchtemann-Orff ließ sie anstelle des alten Gebäudes bauen und lebte dort bis zu ihrem Tod im Jahr 2013. Danach ging die Villa in den Besitz einer Stiftung über, die sie nun verkaufen will.

Eine erste Bauanfrage für das Grundstück war im Bauausschuss noch durchgefallen – allerdings nicht wegen des historischen Hintergrunds der Villa. Den Mitgliedern des Bauausschusses war die damals geplante Bebauung mit zwei Doppel- und zwei Einfamilienhäusern oder drei Doppelhäusern zu dicht.

Nun hat der Bauwerber eine deutlich reduzierte Anfrage eingereicht: Es sollen nur noch drei Einzelhäuser errichtet werden. Knapp fiel der Beschluss im Gremium dennoch aus: Mit 5:4 Stimmen segneten die Ausschussmitglieder das Vorhaben ab. Bedenken äußerte unter anderem Sepp Heldeisen (SPD), weil große Teile des Baumbestandes abgeholzt werden müssen. Die Grünen-Räte Peter Kaifler und Roger Struzena bemängelten zudem, dass das dritte Haus außerhalb der Flucht der beiden anderen errichtet werden soll.

Für Benedikt Fischer (CSU) ist der Baumbestand nicht erhaltenswert: „Die Bäume dort sind morsch.“ Und Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) erklärte, dass sich auch das dritte Gebäude in die Ortsabrundung einfüge. „Der Bauwerber ist den Wünschen des Bauausschusses ohnehin schon stark entgegengekommen“, sagte der Rathauschef. 

Andreas Daschner

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