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Der Starzelbach führt in Eichenau immer wieder Hochwasser. 

Erste Studie wird im Frühjahr erwartet

Hochwasser: Eichenau lehnt Alleingang ab

In den vergangenen acht Jahren gab es acht Mal Hochwasser in Eichenau. Problematisch ist vor allem der so genannte Seitengraben. Doch auch dort will die Gemeinde mit Schutzmaßnahmen warten – bis das interkommunale Gutachten fertig ist.

PuchheimVier Jahre, so die Prognose von Bürgermeister Peter Münster (FDP), müsse man sich für die Erstellung eines Konzeptes schon geben. Das finden Anlieger und Hochwasser-Opfer aber zu lang. Sie wollen, dass möglichst bald etwas passiert. Deshalb waren sie auch zahlreich zur Sitzung des Gemeinderats erschienen.

Ziemlich lange diskutierten die Kommunalpolitiker darüber, ob man die Untersuchung von Hangwasser und Überschwemmungen im Westen der Gemeinde nicht allein betrachten sollte oder ob sie in das interkommunale Konzept zum Hochwasserschutz einfließen sollte. Dabei geht es vor allem um den so genannten Seitengraben 3, zu dem der Teilabschnitt zwischen Falken- und Sperberstraße gehört.

Dessen Geschichte begann in den 1960er-Jahren. Im Zuge der Errichtung von Wohngebieten wurde der Graben damals verfüllt, überbaut und verrohrt. Bis 1988 versuchte die Gemeinde vergeblich, ihn wieder zu öffnen. Zusammen mit Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt kam man schließlich zu der Erkenntnis, dass eine Beseitigung weder politisch noch rechtlich durchführbar wäre. Seitdem ist nur der Abschnitt zwischen Sperberstraße und Einmündung in den Schwarzen Graben hochwassertechnisch ausgebaut.

Das Hochwasser Anfang Juni 2013 hatte ein Anwohner der Meisenstraße zum Anlass genommen, um gegen die Gemeinde zu klagen. Die Klage wurde zwar abgewiesen, doch der Anwohner reichte eine Petition beim Bayerischen Landtag ein. Die Gemeinde sah sich daraufhin veranlasst, sich verstärkt um eine Lösung zu bemühen. Michael Schütte, Geschäftsführer eines in Germering ansässigen Fachbüros, präsentierte nun dem Gremium ein Grobkonzept für den kontrollierten Abfluss des Seitengrabens 3.

Dieser sieht vor, mit zwei natürlichen Flutmulden das bei Starkregen abfließende Wasser über den Schwarzen Graben kontrolliert ablaufen zu lassen. Um ein zusätzliches Abflussvolumen zwischen 3000 und 3700 Kubikmetern zu schaffen, müssten im Prinzip zwei Flächen noch etwas angehoben werden. Schütte gab aber auch zu bedenken: „Je größer der Aufwand ist, den man betreiben will, desto umfangreicher wird auch der zeitliche Rahmen.“

Michael Wölfl (CSU) sprach sich daher für Teilmaßnahmen aus: „Das ist besser als zehn Jahre auf den großen Wurf zu warten.“ Dem entgegnete Andreas Zerbes (SPD): „Hier ein kleines Problem und dort ein kleines Problem lösen, ist nicht zielführend.“ Denn dem Bürger sei es egal, worin die Ursache für das Wasser in seinem Keller liege.

Die Bebauung sei eines der Probleme, so Bauamtsleiter Andreas Troltsch. Es sei noch nicht geklärt, welches Problem durch welche Maßnahme beseitigt oder zumindest gemindert werden könnte. Troltsch verwies darauf, dass im Jahr 2004 beim Schwarzen Graben ein Konzept zur Freilegung erst nach 30 Jahren vollendet worden sei.

Trotz des Zeitdrucks und der massiven Kritik von Anwohnern – auch in der Sitzung – wollten sich die Räte nicht unter Druck setzen lassen. Ein eigenständiges Konzept lehnten sie mit großer Mehrheit ab. Es soll interkommunal gearbeitet werden. Man will aber abwarten, bis eine gemeindeübergreifende Studie in Alling und Olching, den weiteren Anliegern des Starzelbachs, vorgestellt worden ist. In Eichenau will man sich bis spätestens Mai wieder mit dem Thema Hochwasser befassen. (hk)

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