Problem Starzelbach: Experten gehen davon aus, dass das Wasser bei einem hundertjährigen Hochwasser sogar bis in den neuen Wohnpark Roggenstein kommt.

Überschwemmungsgebiete neu berechnet

Hochwasser-Gefahr: Bauen wird schwieriger

Puchheim - In Teilen Puchheims, aber auch in anderen Kommunen, durch die Bäche fließen, wird das Bauen künftig erheblich schwieriger. Denn die Überschwemmungsgebiete bei einem hundertjährigen Hochwasser wurden neu berechnet.

Vor allem im Osten von Puchheim-Ort, aber auch im Süden von Puchheim-Bahnhof sind deshalb grundsätzlich keine neuen Baugebiete mehr möglich. Das wurde nun im Planungsausschuss des Stadtrats deutlich. Aber auch jede Errichtung oder Veränderung von baulichen Anlagen bedarf künftig einer wasserrechtlichen Erlaubnis. Genehmigt wird nur, wenn für das versiegelte Land eine Ausgleichsfläche geschaffen wird, in der das Hochwasser zurückgehalten werden kann. Diese sogenannte Hochwasser-Risikokarte soll bis zum 31. Januar vom Landratsamt als vorläufig verbindlich bekanntgemacht werden.

Die Wasseringenieure gehen in ihrem hundertjährigen Katastrophenszenario davon aus, dass der aus Gilching kommende Starzelbach das Land zwischen Alling und Puchheim-Ort überflutet und das Hochwasser weiter Richtung Bahnhof schwappt. Unter Wasser stünden dann unter anderem die Moosläng- und die Edelweiß-Siedlung und das alte Reinhold-Mahla-Gewerbegelände. Die Flut kommt sogar noch über die Bahnlinie bis in den neuen Wohnpark Roggenstein. Der Hochwasser führende Gröbenbach dagegen würde zwar die Fischersiedlung in Puchheim-Ort treffen, aber im Stadtteil Bahnhof weniger Schaden anrichten. Hier wäre nur zu einem kleinen Teil das Gewerbegebiet Nord und in einem schmalen Streifen die Gegend südlich der Lagerstraße berührt.

Richtung Gröbenzell überflutet der Grenz-Bach vor allem die Flur der Nachbargemeinde. Der Große Ascherbach ist für Puchheim keine Gefahr, der Kleine Ascherbach zählt nicht zu den untersuchten Risiko-Gewässern. Von den Einschränkungen betroffen sind öffentliche wie private Bauten. So muss die Stadt bereits für den neuen, zweiten Kindergarten im Wohnpark Roggenstein Ausgleichsflächen schaffen. Genauer gesagt: Ein Ausgleichsvolumen.

Bauamtsleiterin Beatrix Schmeiser erklärte das im Ausschuss an einem Rechenbeispiel. Für hundert Quadratmeter bebaute und im Katastrophenfall fünf Zentimeter hoch unter Wasser stehende Fläche müssen fünf Kubikmeter Ersatz geschaffen werden. In der Fläche oder theoretisch auch in der Tiefe. Die gleiche Pflicht trifft jeden privaten Bauherrn. Wie das in der Praxis umgesetzt werden soll oder auch welche Ausnahmen möglich sind, ist noch nicht klar. Überschwemmungsgebiete, die von Bebauung freizuhalten sind, kennt man beispielsweise entlang der Amper oder am Starzelbach.

In Puchheim waren bisher keine derartigen Zonen ausgewiesen. Selbst 2013, als halb Alling und Eichenau unter Wasser standen, blieben die Bäche in Puchheim fast in ihrem Bett. Das größere Problem in der Stadt ist der hohe Grundwasserstand. Auch hier mussten deswegen vor zwei Jahren viele Keller ausgepumpt werden. Alt-Bürgermeister Erich Pürkner wusste im Ausschuss zwar noch von einer Zeit, als man nur „mit dem Kahn“ vom Bahnhof zum Ort kam, vermutete aber dennoch, dass es seit dem Ersten Weltkrieg, also seit hundert Jahren, kein hundertjähriges Hochwasser in Puchheim gegeben habe. Vielleicht aber vor 165 Jahren. Bauamtschefin Schmeiser hatte eine Karte von 1850 gesehen, auf der offenbar kurz nach einem Hochwasser die damals überschwemmten Flächen dargestellt waren. Sie ähnelte frappierend der aktuellen Risiko-Karte.

Auch in Gröbenzell und Eichenau beschäftigt sich der Gemeinderat demnächst mit der neuen Hochwasser-Risiko-Karte. (op)

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