Höhere Gebühren für Kinderbetreuung: Eltern begehren auf

Olching - Auch die Kritik von Eltern brachte nichts: Der Stadtrat hat i beschlossen, die Gebühren für die Kindertagesstätten um 5,5 Prozent anzuheben.

Die neue Gebührenordnung soll zum 1. Februar kommenden Jahres in Kraft treten. Die freigemeinnützigen und kirchlichen Träger von Kindertagesstätten vor Ort werden angehalten, eine entsprechende Gebührenanpassung in ihren Einrichtungen zeitgleich umzusetzen. Mittelfristig wollen Rathausverwaltung und Stadtrat das Gebührensystem der Betreuungseinrichtungen grundsätzlich überarbeiten.

Zu Beginn der Sitzung hatte Vanessa Bruckner vom Elternbeirat des Kindergartens Löwenzahn das Wort ergriffen und stabile Kindergartengebühren gefordert. Die Beiträge für die anderen Betreuungseinrichtungen wie die Krippen dürften maximal um zwei Prozent erhöht werden, sagte sie.

Bruckner kritisierte, dass die Gebührenerhöhung von der Verwaltung mit dem Anstieg der allgemeinen Kosten begründet werde. „Gerade wenn sich alles verteuert, sollte man hier entgegensteuern“, meinte sie. Denn Ergebnis sei, dass gerade Familien mit mehreren Kindern über die Maße belastet werden. Zudem dürfe eine soziale Einrichtung wie ein Kindergarten niemals einen Anspruch auf Kostendeckung haben.

Der Elternbeirat kritisiert zudem, dass ihm zwar eine Kostenaufstellung vorgelegt worden sei, man jedoch keine Gegenüberstellung mit den Einnahmen gesehen habe. So sei es nicht möglich, das Argument der gestiegenen Kosten nachzuvollziehen. Als Beispiel nannte Bruckner in der Sitzung die Tatsache, dass in den Kindergärten die Gruppenstärke erhöht worden sei. So gebe es im Kindergarten Löwenzahn in jeder Gruppe ein zusätzliches Kind. Damit habe die Stadt auch eindeutig höhere Einnahmen.

Schon jetzt müssten Olchinger Eltern für den Kindergartenbesuch ihres Nachwuchses im Schnitt 13 Prozent mehr bezahlen als in Fürstenfeldbruck und 20 Prozent mehr als in der Nachbarkommune Gröbenzell, betonte die Mutter dreier Kinder. Sollte die Erhöhung durchgesetzt werden, würde dieser Unterschied nochmals vergrößert, warnte sie. Niedrige Gebühren zeugten dagegen davon, dass Olching familienfreundlich sei - und das wäre ein Imagegewinn für die Stadt.

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Tomas Bauer wollte das Argument, dass Olching im Vergleich zu anderen Kommunen hohe Kindergartengebühren erhebt, nicht gelten lassen. Er verwies auf die Entwicklung der Stadt in den vergangenen Jahrzehnten, die durch den Zuzug vieler Familien mit Kindern geprägt gewesen sei. Die Stadt habe sich immer bemüht, ein umfangreiches Betreuungsangebot zu schaffen, das den Bedürfnissen der Familien gerecht werde, sagte er. Im Vergleich zu anderen Kommunen habe man eben deutlich mehr Kindertagesstätten, die betrieben werden müssten. Dieser finanzielle Kraftakt der Stadt spiegele sich in den etwas höheren Gebühren wider.

Bürgermeister Andreas Magg (SPD) erläuterte in Bezug auf die erhöhte Gruppenstärke in den Kindergärten, dass damit nicht nur mehr Einnahmen, sondern auch höhere Ausgaben für die Stadt verbunden seien. Denn man habe aufgrund der größeren Gruppen auch das Personal aufgestockt. (sw)

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