Bierrentner aus Leidenschaft (v.l.): Walter Miesl, Michael Schweinberger, Heinz Greulich, Karl Hirsch, Klaus Rottach, Werner Winkler, Willi Greulich. foto: weber

In der Maisacher Brauerei

Hopfen und Malz, den Bierrentner erhalt’s

Maisach – Immer am Donnerstagnachmittag sitzen die Bierrentner an ihrem Stammtisch hinten links im Bräu-stüberl. Gemütliche Mannsbilder im besten Alter – 75 Lenzen muss ein legitimer Bierrentner mindestens mitbringen. „Da müssen’S a moi de Johr zählen, die da jeden Donnerstag durch d’Tür kommen. San viele“, sagt Braumeister Walter Miesl im Schmäh.

In der Brauerei braucht man nicht tätig gewesen zu sein – was ja Grundbedingung einer normalen Bierrente ist. War auch keiner – zumindest von den Fünfen nicht, die 75-jährig diesmal quasi als Novizen in den elitären Kreis der Bierrentner aufgenommen werden. Ehemalige Verkaufsleiter, Grafiker oder Gemeindemitarbeiter sind es, die da am Stammtisch sitzend dem Gerstensaft frönen. Gemeinsam haben sie vor allem – und das ist für die Aufnahme obligatorisch –, dass sie Ur-Maisacher sind und das heimische Bier lieben. „Ich hab schon viele Biere getrunken, aber das Maisacher Bier ist einfach das beste“, stimmt Karl Hirsch zum Loblied ein. Einmal die Woche gibt’s eine Halbe umsonst. Nicht zuhause allerdings, und auch nicht aus der Flasche, sondern ausschließlich im Bräustüberl.

Die Idee dazu hatte die Gründerfamilie Sedlmayr zusammen mit der Gemeinde und dem Tagblatt 1997. Die Stammtischkultur drohte damals zu verkümmern. „Das Wirtshaus Schlammerl war früher sozusagen unsere Stammtisch-Hochburg. Als der dann zugemacht hat, ist das Ganze ein bisserl eingeschlafen“, erinnert sich Neu-Bierrentner Werner Winkler. Mittlerweile ist der Stammtischbetrieb wieder umtriebig. Es hat sich sogar schon eine weitere Bierrentner-Gruppe gebildet, die sich immer Sonntagabends zum „fuat geh’“ trifft. Da kann von Einschlafen keine Rede mehr sein. Etwas, das auch nicht eingeschlafen, weil noch gar nicht existent ist, sind Bierrentnerinnen. johannes thalmayr

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