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Obwohl es aus Hygiene-Gründen verboten ist, sind immer wieder Hunde an Badeseen unterwegs.

Verbotsbrüche werden kaum geahndet

Hunde am Badesee – ein Reizthema

Hunde sind an und in den Badeseen im Landkreis tabu – weil viele Badegäste hygienische bedenken haben, oder sich durch die Vierbeiner gestört fühlen. Trotzdem gibt es immer wieder Hundehalter, die auf dieses Verbot pfeifen. Große Angst vor einer Strafe müssen diese schwarzen Schafe nicht haben.

Landkreis Die gute Nachricht zuerst: In den Badeseen im Landkreis kann jeder unbedenklich planschen, die Wasserqualität ist ausgezeichnet. Das haben die Kontrolleure des Landratsamtes gemessen. Wenn diese unterwegs sind, um Wasserproben aus den Seen zu ziehen, fällt ihnen aber oft etwas auf, das weniger begrüßenswert ist. Immer wieder treffen sie Hunde auf Liegewiesen und Uferstreifen an, die eigentlich für erholungssuchende Menschen reserviert sind. Sogar ins Wasser lassen Hundebesitzer ihre Vierbeiner.

Immer wieder klagen Gäste am Olchinger See über freilaufende Hunde

Am Germeringer See gilt seit dem Jahr 2000 ganzjährig ein Hunde-Verbot, Schilder an allen Zugängen zum Erholungsgebiet weisen darauf hin. Im Sommer ist rund um den See jeden Tag und vor allem in den Abendstunden ein Sicherheitsdienst unterwegs, der Hundehalter auf das Verbot hinweist, sagt Thomas Wieser vom zuständigen Umweltamt der Stadt. Die meisten würden dann abziehen. Doch immer wieder gebe es auch Auseinandersetzungen mit rabiaten Hundebesitzern. „Es gibt leider Hundehalter, die sind stur und uneinsichtig“, so Wieser.

In der Badesaison von April bis September sind die Vierbeiner auch am Olchinger See verboten, wie es aus dem städtischen Bauamt heißt. Trotzdem höre der zuständige Kollege immer wieder Klagen, vor allem über freilaufende Hunde, wenn er vor Ort sei.

In Fürstenfeldbruck ist am Pucher Meer ganzjährig das Mitbringen von Haustieren jedweder Art verboten. Dem zuständigen Amt für Öffentliche Sicherheit und Ordnung sind keinerlei Beschwerden über Hundehaltungen am Pucher Meer bekannt. Deshalb werde auch nicht gezielt kontrolliert, heißt es aus dem Rathaus der Kreisstadt.

Hundehalter müssen bei einem Verstoß selten ein Bußgeld fürchten

Dabei darf man aber natürlich die Dunkelziffer nicht außer Acht lassen. Nicht jeder Hund, der am See herumläuft, wird schließlich gesichtet. Und noch wichtiger: Wie viele Bürger, die sich über die Tiere oder deren Halter ärgern, beschweren sich bei der Stadtverwaltung?

Und wenn – direkt fürchten brauchen sich die Besitzer der Vierbeiner bei ihren Satzungsverstößen auch nicht. Denn in allen Kommunen sind Bußgelder zwar theoretisch vorgesehen und festgelegt, werden aber eigentlich so gut wie nie verhängt. Dabei sind die möglichen Strafen durchaus happig: In Germering und Olching sind es bis zu 500 Euro, in Bruck sogar bis zu 2500 Euro.

In der Regel werden Hundebesitzer aber nur auf das Verbot hingewiesen. In Fürstenfeldbruck ist zum Beispiel kein einziges Bußgeldverfahren bekannt, das je in Sachen Hund am See durchgeführt worden wäre. Ein Problem hierbei: Private Sicherheitskräfte, wie sie an einigen Seen unterwegs sind, können die Personalien der Hundehalter nur aufnehmen, wenn diese sie freiwillig herausrücken. Richtigen Zwang kann nur die Polizei ausüben.

von Fabian Dilger

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