Jäger quält seinen Hund auf übelste Art

Olching - Ein Olchinger Jäger hat einen seiner Hunde brutal misshandelt. Jetzt muss er 3600 Euro Strafe zahlen und darf ein Jahr lang keinen Vierbeiner halten.

Die Methode, mit der der 69-Jährige seine Hündin quälte, ist nichts für schwache Nerven: Mit einer Leine band er das Tier an einen Fleischerhaken, sodass die Hündin gerade noch auf ihren Hinterläufen stehen konnte. Dann schlug er mit einem Holzscheit auf das Tier ein, das durch die Art der Fesselung auch vom Halsband gewürgt wurde.

Vor dem Amtsgericht räumte der Olchinger dies ein. Dass er das Tier so angebunden hatte, dass es nicht einmal mehr stehen konnte, stand als Vorwurf einer Zeugin zwar im Raum, konnte aber nicht bewiesen werden.

Als Grund für die Folter gab der Olchinger an, dass das Tier ein Reh gehetzt hatte. Dafür habe er es bestrafen müssen. Fünf oder sechs Mal habe er auf das Hinterteil geschlagen, sagte er.

Eine als Gutachterin geladene Amtstierärztin erklärte vor dem Brucker Amtsgericht, dass der Hund allein durch das Festbinden an den Fleischerhaken „hochgradig in Panik geraten“ sei. Das Tier habe unter Atemnot gelitten und durch die Schläge erhebliche Schmerzen erdulden müssen.

Der Olchinger bedauerte in der Verhandlung, was er getan hat. Er betonte: „Ich liebe meine Tiere“ und versicherte, ansonsten niemals zuzuschlagen. Sein Anwalt führte ins Feld, dass das Festbinden des Tiers eine unüberlegte Kurzschlussreaktion gewesen sei.

Doch der Richter glaubte das nicht. Für ihn hatten die Schläge „richtige Methode“. Die Amtstierärztin war außerdem überzeugt, dass der Mann zu seinen Tieren ganz generell keine gute Beziehung hat. Denn Polizisten hatten beobachtet, dass die Hunde sich gegenüber dem Olchinger sehr unterwürfig verhalten und auch sehr ungern auf ihn zugehen. Dieses Verhalten lasse auf häufigere Bestrafungen schließen, sagte die Medizinerin. Früher besaß der 69-Jährige drei Jagdhunde. Mittlerweile hat er nur noch zwei. Einer war im Herbst vergangenen Jahres überfahren worden. sus

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