Eltern, Kinder, Erzieher, Bürgermeister – alle jubeln, endlich geht’s los: Rund sechs Jahre lang war der Neubau in Marthashofen geplant worden. Foto: weber

In Grafrath

Hurra, der Kindergarten-Bau beginnt

Rund sechs Jahre hat der Waldorfkindergarten Marthashofen (Gemeinde Grafrath) den Neubau seines Kinderhauses geplant und mit den Kommunen um Zuschüsse gerungen. Jetzt erfolgte der Spatenstich für das Drei-Millionen-Euro-Projekt – allerdings ohne die Förderung vieler der umliegenden Gemeinden.

GrafrathLediglich die Heimatgemeinde Grafrath und die Nachbargemeinde Moorenweis haben sich zu einem Zuschuss entschlossen. Alle anderen Kommunen, deren Kinder die Einrichtung besuchen – wie Fürstenfeldbruck oder Türkenfeld –, hatten abgewunken. Für den Moorenweiser Rathauschef Joseph Schäffler (CSU) gab es darum auch einen Sonderapplaus beim Spatenstich. Günter Kaul vom Altenwerk Marthashofen nannte es „eine große Freude, dass sich zumindest eine Gemeinde von außerhalb beteiligt“.

Für Schäffler war dies selbstverständlich, wie er erklärte: „Wir haben schließlich auch Kinder in der Einrichtung und wollen unserer Verpflichtung nachkommen.“ Der Waldorfkindergarten trage zum vielfältigen Angebot seiner Gemeinde bei der Kinderbetreuung bei.

Drei Kindergartengruppen und eine Krippe werden auf dem Areal entstehen. 75 Kinder sollen betreut werden. „Jetzt geht’s wirklich los“, sagte Claudia Kuhles, Geschäftsführerin des Vereins Waldorf-Kindergarten Marthashofen, strahlend. Bald sei es für die Kinder nicht mehr so eng wie in der alten Villa auf dem Gelände, in der der Kindergarten derzeit untergebracht ist. „Und auch die Betreuerinnen bekommen endlich einen Personalraum.“

Ein gutes Jahr hat Kaul als Bauzeit ins Auge gefasst: „Das Kindergartenjahr 2018/2019 soll schon im Neubau beginnen.“

Die Finanzierung stehe so weit, 3,2 Millionen Euro stehen zur Verfügung. „Erste Schätzungen nähren aber die Hoffnung, dass wir dieses Geld nicht ganz ausgeben müssen“, sagt Kaul. Mit den Eltern habe man schon über eine Eigenbeteiligung gesprochen. An Geldern fließen von Grafrath 1,8 Millionen und von Moorenweis 160 000 Euro. Die Haushalte beider Gemeinden werden aber nicht mit dem vollen Betrag belastet. Etwa 60 000 Euro bekommt Moorenweis über staatliche Zuschüsse wieder herein, bei Grafrath sind es rund 600 000 Euro. Außerdem handelt es sich bei etwas mehr als 300 000 Euro des Geldes um ein zinsloses Darlehen der beiden Gemeinden an den Verein.

„Damit hat das Kinderhaus eine langfristig gesicherte Zukunft“, sagte Grafraths Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei). Was man an der Einrichtung habe, erkenne man am Zulauf, den der Kindergarten erfahre. „Der spricht für sich.“

Die Beteiligung der Gemeinde Moorenweis bezeichnete Kennerknecht als „praktisches Beispiel für eine gute kommunale Zusammenarbeit“. Dass andere Gemeinden dies verweigert haben, könnte für diese zum Bumerang werden, denn deren Kinder werden bei der Belegung der Plätze nachrangig behandelt. Grafraths Vize-Bürgermeisterin Ingrid Wild hat bereits Probleme in Kottgeisering ausgemacht. „Die Gemeinde hat schon nach Plätzen in Grafrath gefragt“, sagt sie. Dort sei aber alles voll – Probleme, die der Moorenweiser Gemeindechef durch die Beteiligung nicht hat. (ad)

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