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Dracula beißt Spinne: Inge und Peter Grimm stimmen ihre Kostüme gerne aufeinander ab.

AWO-Faschingsball

Die Idee macht das Kostüm

Hier geht es bunt zu: Beim AWO-Faschingsball im Stadtsaal haben sich die Gäste mit witzigen, liebevoll gestalteten Kostümen gegenseitig überboten. Nur wenige setzten auf eine minimalistische Verkleidung – und wenn doch, hatte selbst das Pfiff.

Feiert seit mehr als 30 Jahren beim AWO-Faschingsball: Christa Kleemann (79) gehen die Kostüm-Ideen nicht aus.

Fürstenfeldbruck – Statt die Nacht zum Tag zu machen, verwandelte sich in diesem Fall der Nachmittag in den Abend. Denn im abgedunkelten, partymäßig beleuchteten Saal war die Tageszeit schnell vergessen. Schon kurz nach Beginn um 14 Uhr drehten sich gut gelaunte Paare zur Musik der Band „Blue Birds“ beim Ball der Arbeiterwohlfahrt (AWO) auf der Tanzfläche – unter ihnen Piraten, eine Hexe mit eigenem Koch, ein Marienkäfer und diverse weitere Tierchen.

Einige männliche Gäste bewiesen, dass sich normale Kleidung mit wenig Aufwand faschingstauglich umstylen lässt, zum Beispiel mit einer Glitzerfliege oder bunten Hosenträgern. Oder mit einem Cowboyhut, der aus normalen Jeans und einem karierten Hemd ein Westernkostüm machte.

Für ein hautenges, groß gemustertes Minikleid mit passendem Stirnband, blonder Perücke und rosa Stulpen hatte sich Sylvia Schilling entschieden. Ein bisschen erinnerte sie an die Blonde von Abba, doch gemeint war ihr Kostüm lediglich als Hippie-Outfit. „Es ist schön bunt und macht gute Laune“, fand die Kottgeiseringerin. „Und es passt noch, obwohl es sicher schon sieben Jahre alt ist.“

Peace: Als Hippies in bunten Outfits fühlen sich Hans und Sylvia Schilling wohl.

Inge und Peter Grimm sind dagegen jedes Jahr auf der Suche nach einer neuen Verkleidung. „Wir haben einen großen Fundus“, erzählten die beiden. Da kann man schon mal den Überblick verlieren. Als sich Peter Grimm jüngst einen Dracula-Umhang zulegte, der ihm gefiel, musste er zu Hause feststellen, dass er das gleiche Teil schon im Schrank hatte. Trotzdem erwies sich das schwarze Cape als gute Anschaffung, denn Grimm landete damit beim AWO-Ball unter den preisgekrönten Kostümen. Dazu trug sicher auch das schaurig-schöne weiße Make-up mit den Blutspuren am Kinn bei. Ehefrau Inge hatte sich ganz in Schwarz mit silber-glänzendem Umhang in eine Spinne verwandelt und wurde ebenfalls prämiert.

Um einen guten Überblick zu bekommen, ließ die Jury die Gäste zur „Polonaise Blankenese“ durch den Saal ziehen. „Sie haben es uns schwer gemacht“, lobte der Brucker AWO-Vorsitzende Uli Schmetz die Qualität der Kostüme.

Preise gingen unter anderem an zwei Stubenmädchen und zwei Piraten, ein Zebra, einen Bären und eine Erdbeere, die eine Flasche Weißwein erhielt. „Dann kann das süße Früchtchen selbst eine Bowle aus sich machen“, scherzte Schmetz.

Auf geht’s: Bei der Polonaise präsentieren die Besucher ihre Verkleidung.

Seit mehr als 30 Jahren erfreut sich auch Christa Kleemann an der Polonaise beim AWO-Faschingsball. Die Ideen für ein Kostüm sind ihr bisher nicht ausgegangen. Dieses Mal hatte die Bruckerin Blumen auf einen Rock genäht sowie ein Hütchen mit Tüllschleier samt schwarzer Federboa und einem edlen Fecher aus Spitze dazu kombiniert. „Alles uralte Sachen“, wie sie erzählte. Aber als Kostüm wie neu.

Noch länger als die 79-Jährige sind die Blue Birds mit dem AWO-Ball verbunden. „Seit 40 Jahren spielen wir schon hier“, erzählten Frontmann Werner Eberl und sein Band-Kollege Richard Gebele. „Das Tolle ist, wenn man das Gefühl trifft und genau das spielt, was die Leute hören wollen.“ Nach dem Betrieb auf der Tanzfläche zu urteilen, gelang ihnen das. Verschnaufen konnten die Gäste während des schwungvollen Auftritts der Brucker Faschingsgarde.

Ulrike Osman

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