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Puchheim

Ideen gegen den Verkehrskollaps

Puchheim drohen total verstopfte Straßen. Davon geht zumindest die große Verkehrsuntersuchung aus. Nun stellte der Planer Ideen vor, wie man den Kollaps verhindern könnte.

PuchheimEine neue Über- oder Unterführung der Bahnlinie, der Zehn-Minuten-Takt für die S 4, zusätzliche Straßen und Express-Busse, verbilligte Fahrkarten und sichere Fahrrad-Abstellplätze: An Ideen, den Verkehrskollaps in Puchheim noch zu verhindern, mangelt es nicht. Dies wurde jetzt bei der Präsentation des dritten und letzten Teils der großen Verkehrsuntersuchung im Planungsausschuss deutlich. Dennoch überwog bei den Politikern die Skepsis: Ohne einen Bewusstseinswandel, ein verändertes Mobilitätsverhalten der Menschen, bleibe wohl alles Bemühen Stückwerk.

Im abschließenden Teil seiner Studie hatte Robert Ulzhöfer vom Münchner Planungsbüro Stadt-Land-Verkehr eine Reihe von Zukunftsszenarien skizziert. Beispielsweise die Null-Variante ohne neue Straßen und verkehrsberuhigende Maßnahmen, aber mit weiterem Einwohnerzuwachs in und um Puchheim. Demnach würden über 20 000 Fahrzeuge täglich auf der FFB 11 unterwegs sein und an die 30 000 auf dem Stück der Staatsstraße zwischen Tankstellen-Kreisel und Ort.

„Daumenschrauben“ für die Autofahrer könnten punktuelle Entlastung bringen, so der Planer. Etwa kürzere Ampelphasen für die Abbieger, die durch Puchheim-Ort nach Germering wollen. Neue Straßen bringen oft aber auch neuen oder nur verlagerten Verkehr.

Am wirksamsten – für den Puchheimer Norden – wäre eine Verlängerung der FFB 11 Richtung Gröbenzell und Lochhausen, so Ulzhöfer. Diese Lösung hielt der Ausschuss aber für utopisch.

Eine neue Bahnquerung auf Höhe von Lus- und Josefstraße könnte auch für auswärtige Autofahrer attraktiv sein, so der Planer. Eine zusätzliche Verbindung zwischen Allinger Straße und FFB 11 könnte immerhin die Planie entlasten. Ulzhöfer könnte sich auch die Adenauerstraße als Sackgasse vorstellen.

Beim öffentlichen Nahverkehr denkt der Planer an Schnellbusse in die Nachbargemeinden. Ein Bus, der eine Stunde von Germering über Puchheim nach Olching brauche, sei für den Pkw-Fahrer keine Alternative. Im Stau kommt allerdings auch kein Schnellbus schnell voran.

Vom Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn verspricht sich Ulhöfer wenig Entlastung: Doppelt so viele Züge bedeuteten nicht halb soviele Autos, wenngleich der Anstieg des motorisierten Verkehrs etwas gebremst werden könnte. Für den Fahrradverkehr wird sein Büro noch ein eigenes Konzept vorlegen.

„Wir haben auch keine Zauberlösung erwartet,“ meinte Bürgermeister Norbert Seid (SPD) nach der Vorstellung. Klar sei aber geworden, dass viel mehr Verkehr nicht mehr möglich sei. Auch Reinhold Koch (ubp) sprach von den nunmehr erreichten „Grenzen des Wachstums“. „Wo sollen die alle hin?“ fragte Jean-Marie Leone (SPD), wenn man erst die Saatkrähen und dann die Autos vergräme. Die Stadt könne wohl an einzelnen Stellschrauben drehen, Not tue aber eigentlich ein Umdenken in den Köpfen.

Thomas Hofschuster (CSU) bezweifelte die Einflussmöglichkeiten der Stadt etwa beim Autobahn-Ausweichverkehr. Ganz zuschweigen von Wünschen an die Bahn.

Dass auch Tempo 30 auf sämtlichen Ortsstraßen Wunschdenken sei, glaubt allerdings Planer Ulzhöfer nicht. An der EU-Lärmschutzrichtlinie kämen auch die Straßenverkehrsbehörden auf Dauer nicht vorbei. Und weniger Tempo sei eben der beste Lärmschutz.

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