Die Jahrgangsbeste Lena Kaufmann aus Sulzbach-Rosenberg (M.) ließ sich von Innenminister Joachim Herrmann mit dem Faustgruß beglückwünschen.
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Die Jahrgangsbeste Lena Kaufmann aus Sulzbach-Rosenberg (M.) ließ sich von Innenminister Joachim Herrmann mit dem Faustgruß beglückwünschen.

183 neue Führungskräfte

Innenminister gratuliert Absolventen der Polizei – und mahnt

  • VonHans Kürzl
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Insgesamt 183 neue Führungskräfte treten ab 1. Oktober als Kommissare ihren Dienst bei Bayerns Polizei an. Bei der Diplomierungsfeier in Fürstenfeldbruck gratulierte ihnen Innenminister Joachim Herrmann. Er ermahnte die Absolventen zu Konsequenz.

Fürstenfeldruck – Herrmann sprach aber auch Unangenehmes an – etwa rechte Umtriebe bei der Polizei. Auch den Drogenskandal in Münchner Revieren sparte er nicht aus. Im Rahmen der Ermittlungen dazu wurde auch die Brucker Polizeischule durchsucht. „Wo Kollegen eine rote Linie überschreiten, dürfen Sie nicht wegsehen“, so der Bayerische Innenminister. Falsch verstandener Teamgeist sei in so einer Situation fehl am Platz. Man solle schon versuchen, Kollegen zurückzuholen, und ihnen eine zweite Chance geben. „Wenn aber Grenzen nicht mehr beachtet werden, muss man sich von Beamten trennen“, betonte Joachim Herrmann.

Als Beispiel nannte er die Reichsbürger. Deren Ideen der Staatsverleugnung anzuhängen und gleichzeitig im Staat Dienst tun sei nicht vereinbar. Das Vertrauen in die Polizei müsse gewahrt werden. Herrmann verglich die Situation mit der der katholischen Kirche. Als Gesamtorganisation habe sie lange kaum auf das Problem Kindesmissbrauch reagiert beziehungsweise es vertuscht. „Daraus ist ein großes Problem des Vertrauens geworden.“ Bei der Polizei dürfe sich so etwas nicht entwickeln. Gegen Verleumdungen, die sich an die Polizei richten, dürfe man sich aber sehr wohl wehren.

Landrat Thomas Karmasin mahnte sowohl in diesem Zusammenhang als auch in Bezug auf die Corona-Regeln, dass die Polizei aber symbolisch keinen Abstand zur Gesellschaft halten solle. „Bleiben Sie für die Bevölkerung da und bleiben Sie mitten unter uns“, sagte der Landrat. Von der politischen Seite sei man dankbar, dass es Beamte gebe, die in fordernden Zeiten Dienst tun wollen. Ingbert Hoffmann als Fachbereichsleiter der Polizei-Hochschule verwies darauf, dass die 183 neuen Kommissare ein hochwertiges Studium absolviert hätten. Nun aber käme auf alle statt planbarem Unterricht nicht planbarer Alltag zu. Für die Absolventen erklärte Alexander Feist, dass er überrascht sei, wie viel Lernstoff hängen geblieben ist.

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