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Michael Steinbauer übte auch Kritik: „Gebiete mit einem bestehenden Anschluss von 30 Mbit/s gelten als versorgt. Damit sind sie von der Förderung ausgeschlossen, obwohl der Breitband-Standard längst bei 50 Mbit/s und darüber liegt.“

Industrie- und Handelskammer

Breitbandausbau nicht verschlafen

Der Regionalausschuss der IHK hat sich in Maisach getroffen, um den Breitbandausbau im Landkreis zu erörtern. Das Fazit: Die Kommunen dürfen die Fördermöglichkeiten nicht verschlafen.

Maisach – Jürgen Biffar, der stellvertretende Vorsitzende, gab zu Anfang einen Überblick über die Internetversorgung der Unternehmen. Es zeigte sich, dass der Landkreis gut bis sehr gut versorgt, nur die Gemeinde Mammendorf nach wie vor ungenügend an das Breitbandnetz angeschlossen ist.

In seinem Statusbericht zum Landkreis kam Rupert Holzfurtner vom Amt für Vermessung in Dachau zu der Erkenntnis, dass sich 20 der 23 Gemeinden am Förderprogramm zum Ausbau des Breitbandnetzes des Freistaats Bayern beteiligen. Lediglich Eichenau, Schöngeising und die Stadt Fürstenfeldbruck seien inzwischen flächendeckend mit mehr als 50 Mbit pro Sekunde, zumeist sogar 100 Mbit/s ausgestattet und bedürften somit keiner weiteren Hilfsmittel. Insgesamt steht dem Landkreis eine Fördersumme von 13,6 Millionen Euro zur Verfügung, gerade einmal 2,3 Millionen davon sind verbraucht. Daher will Holzfurtner sowohl die Unternehmen ermuntern, an die Gemeinden heranzutreten, als auch gleichzeitig die Kommunen dazu bewegen, Fördermittel zu beantragen.

Auch IHK-Kreischef Micheal Steinbauer betonte, Kommunen dürften „die Fördermöglichkeiten nicht verschlafen“. Allerdings übte er auch Kritik: „Gebiete mit einem bestehenden Anschluss von 30 Mbit/s gelten als versorgt. Damit sind sie von der Förderung ausgeschlossen, obwohl der Breitband-Standard längst bei 50 Mbit/s und darüber liegt.“

Die Breitbandversorgung in Maisach ist laut Bürgermeister Hans Seidl praktisch gewährleistet, letzte Lücken werden derzeit geschlossen. Dabei sind Maisach und Gernlinden mit 100 Mbit/s, die anderen Ortsteile mit 50 Mbit/s ausgestattet. „Ohne Breitbandnetz hat eine Gemeinde keine Zukunft“, betonte Seidl. Er meinte, Unternehmen hätten „sich nicht um den Internetanschluss, sondern um ihr Kerngeschäft zu kümmern“. Außerdem wolle man durch den Ausbau Arbeitsplätze in der Region gewinnen. „Wir müssen die Arbeit zum Menschen bringen und nicht den Menschen zur Arbeit“, betonte er. Die Arbeit von daheim habe einige Vorteile: Berufstätige müssten nicht erst zu ihrem Arbeitsplatz gelangen und viele somit gar nicht erst ins Auto steigen. Dadurch werde Zeit gespart, die Umwelt geschont und das Verkehrsnetz entlastet.

von Matthias Kast

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