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Die höchste Auszeichnung der bayrischen Feuerwehr erhielt Landtagsvizepräsident Bocklet (2.v.r). Er habe entscheidend am Feuerwehrgesetz und dessen Novellierung mitgewirkt. Überreicht haben die Ehrenmedaille (v.I.) Andreas Lohde (Feuerwehr Bruck), der Beszirksvorsitzende Johannes Eitzenberger und Kreisbrandrat Hubert Stefan. 

Neuer Rekord

Im Landkreis gibt es so viele Feuerwehrleute wie noch nie

Ob in Uniform oder in Zivil: Bei der Jahresversammlung der Feuerwehr im Landkreis gab es nur strahlende Gesichter. Die Neuigkeiten aus allen Bereichen waren positiv – und eine anstehende Ehrung wirklich außergewöhnlich.

Landkreis– Die 52 Feuerwehren im Landkreis zählen stolze 6752 Mitglieder. Davon sind 2315 Einsatzkräfte über 18 Jahre, 287 Jugendliche (zwölf bis 18 Jahre), 145 Ehrenmitglieder sowie 4005 Passive und Förderer. „Wir haben keine Nachwuchsprobleme“, sagte Kreisbrandrat und Kreisverbandsvorsitzender Hubert Stefan. Die Personallage habe sich sehr positiv entwickelt. „So viele waren wir noch nie seitdem wir diese Statistik führen.“

Der Frauenanteil bei der Feuerwehr steigt stetig

Feuerwehren sprächen dank intensiver Werbung nicht nur junge Leute an, sondern auch Quereinsteiger. Der Frauenanteil liege zwar noch unter zehn Prozent, steige aber ständig. Der Jugendzulauf sei stabil, berichtete Stefan. „Wir bekommen nichts geschenkt, das muss alles hart erarbeitet werden.“

Damit die Einsätze – im vergangenen Jahr waren es 3124 – erfolgreich ablaufen, muss die Feuerwehr gut ausgebildet sein. „Das ist die Hauptaufgabe des Verbandes“, sagte Stefan. Das Interesse an Aus- und Weiterbildung sei groß. 2017 nahmen 865 Feuerwehrler an 41 Ausbildungskursen und 20 Lehrgängen teil. Es gab sogar Zusatztermine wegen großen Andrangs

Sogar die Feuerwehr-Ehrenmedaille wurde verliehen

Den Dank des Landkreises überbrachte den Feuerwehren Vizelandrätin Martina Drechsler (CSU). Sie begrüßte die Anhebung der Altersgrenze der aktiven Feuerwehrleute. Dadurch blieben der Feuerwehr gut ausgebildete, erfahrene Kräfte erhalten. Drexler bedankte sich bei Gemeinde und Feuerwehr Eichenau, die den Keis bei der Suche nach einem neuen Notfalllager unterstützt haben. Die zweite Bürgermeisterin von Eichenau, Gabi Riehl (SPD), brachte dazu eine gute Nachricht: Sie überreichte dem Kreisbrandrat ein Schreiben, dass die betreffenden Grundstücksbesitzer ihre Bereitschaft zum Verkauf signalisiert haben.

Der Punkt Ehrungen war bei dieser Versammlung nicht nur Routine. Der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Reinhold Bocklet (CSU) aus Gröbenzell, erhielt die höchste Auszeichnung des Landesfeuerwehrverbandes: die Bayerische Feuerwehr-Ehrenmedaille. Sie ist Zivilpersonen vorbehalten, die sich in herausragender Weise um das Feuerwehrwesen in Bayern verdient machen. „Solche wie Sie, die braucht die Feuerwehr. Sie sind noch einer vom alten Schlag“, sagte der oberbayerische Bezirksvorsitzende Johannes Eitzenberger zu Bocklet.

Feuerwehrgesetz hat bürokratische Hindernisse beseitigt

Das Bayerische Feuerwehrgesetz trage an vielen Stellen Bocklets Handschrift, erklärte Andreas Lohde von der Brucker Feuerwehr. Das gelte auch für die jüngste Novellierung. Darüber hinaus habe der Brucker Abgeordnete stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Feuerwehr gehabt und bürokratische Hindernisse pragmatisch gelöst.

„Man wird nachdenklich, wenn man so eine Auszeichnung bekommt. Wenn die Zeit mit solchen Ehrungen anfängt, weiß man, dass es dem Ende zugeht“, meinte Bocklet nach all dem Lob scherzhaft. Dann wurde er aber ernst. Die Feuerwehr sei in der Gesellschaft etwas Besonderes, ebenso wie anderen Hilfsorganisationen. Sie seien in erster Linie dem Gemeinwohl verpflichtet.

Interview: Wie wirkt sich die Feuerwehrreform im Kreis Bruck aus?

Das bayerische Feuerwehrgesetz wird erneuert: Vor allem bei den Altersgrenzen dreht der Gesetzgeber an Schrauben. Kreisbrandrat Hubert Stefan gab seine Einschätzung dazu ab.

Herr Stefan, die Feuerwehren können jetzt Kinder ab sechs Jahren in Kinderfeuerwehren betreuen – braucht es das?

Das ist unterschiedlich. Das muss jede Feuerwehr selbst wissen, wie sie Nachwuchsarbeit betreibt. Im Landkreis Fürstenfeldbruck gibt es allerdings keine Tendenz für Kinderfeuerwehren.

Diese Regelung wurde auch eingeführt, um Sportvereinen und Musikschulen Paroli zu bieten...

Wenn man eine gute Jugendarbeit macht – und das tun wir für Kinder ab 12 Jahren in den Jugendfeuerwehren – dann sehe ich den Bedarf im Landkreis noch nicht.

Außerdem können Aktive nun zwei Jahre länger Dienst tun, statt mit 63 Jahren ist nun erst mit 65 Jahren Schluss. Haben hier in der Vergangenheit ältere, noch engagierte Kameraden Bedarf angemeldet?

Ja schon, aber nur vereinzelt. Die Anzahl der 63-Jährigen, die aktiven Dienst tun, ist deutlich geringer als die jüngerer Feuerwehrleute. Heuer gibt es im ganzen Landkreis 14 Aktive, die ihren Dienst nach der alten Regelung beenden hätten müssen.

Was ist der Hintergrund dieser Novellierung?

Sie erhöht die Bereitschaft untertags. Aber der Feuerwehr-Dienst ist körperlich fordernd, irgendwann ist halt einmal eine Grenze erreicht.

Ein anderes Thema ist die Inklusion von Menschen mit Behinderung in den Feuerwehrdienst, die ab nun erleichtert wird.

Ich begrüße das, gar keine Frage. Da begibt man sich als Führungskraft aber natürlich in eine gewisse Verantwortung. Man muss genau abwägen, was auf einen zukommt, inwieweit man die Personen einbinden kann und in welche Tätigkeit. Da gibt es kein Generalrezept.

Auch gemeindeübergreifende Wehren sollen möglich werden - ein Thema im Landkreis?

Im Moment haben wir in diesem Bereich aktuell nichts. Große Lösungen mit Zweckverbänden sind nicht in Planung. Generell: Bis man die Auswirkungen der Novellierung spürt, wird es ein wenig dauern. Wir warten auf die Bestimmungen im Detail.

von Fabian Dilger und Dieter Metzler

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