Unwetterwarnung für München und das Umland 

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Am Weihnachtsmarkt

Imbiss-Mann für ein Advents-Wochenende

 Emmering – Mitten drin sein im Geschehen ist für Tagblatt-Reporter Sebastian Öl nichts Ungewöhnliches. Doch diesmal hat der 26-Jährige die Seite gewechselt. Er ist nicht Beobachter, sondern Akteur – genauer gesagt verkauft er Getränke und Brotzeit bei der Emmeringer Weihnacht.

Glühwein, Pommes und Leberkässemmeln, all das gibt es am Stand des Fußball-Club. Ab 14 Uhr trudeln die Gäste ein. Noch ist Zeit für eine kurze Kontrolle. Die Pommes sind fertig, der Leberkäs auch. Geschmack und Temperatur beim Glühwein stimmen. Doch die Besucher des Christkindlmarktes lassen das aromatische Getränk vorerst links liegen. Aber wer will es ihnen verdenken. Zum einen ist so ein Glühwein mit Schuss am Nachmittag nur für die ganz Harten eine Option und bei frühlingshaftem Wetter nicht unbedingt die erste Wahl. Zum anderen duftet es an jeder Ecke.

Auch die Konkurrenz hat Leckereien im Angebot. Bei der Feuerwehr zum Beispiel gibt’s Bratwürstl. Also warten wir. Wir, das sind Jogi, Claudia, Edi, Rosi und ich. Dass unser Stand personell so gut besetzt ist, soll sich später noch auszahlen. Endlich, der Erste, der eine Leberkässemmel will. Und er ist ein echter Glückspilz. Weil er mich erwischt und ich beim Schneiden des Leberkäs´ noch leichte motorische Defizite aufweise, bekommt er ein Riesenstück, das normal für drei Semmeln gereicht hätte.

Aber aller Anfang ist ja bekanntlich schwer, und je mehr Bestellungen eingehen, desto besser klappt es. Im Nu wird es dunkel. Der Platz füllt sich immer mehr. Das Gedränge vor den Buden nimmt zu – genauso wie der Durst nach Glühwein. Endlich! Jetzt bekommen wir richtig was zu tun. Massenbestellungen von bis zu acht Tassen auf einmal, dazwischen Pommes.

Das Geschäft brummt. Bald werden die Tassen knapp. Nun ist Spülen im Akkord angesagt. Also Tassen eingepackt und rein in die Menge, vorbei an der Feuerstelle für Stockbrot und der Bühne, auf der gerade der Musikverein auftritt, und rein in die Amperhalle. Auch bei der Konkurrenz scheint das Geschäft zu brummen, die Schlange vor der Spülmaschine wird länger und länger.

Immer mal wieder hört man einen der Standl-Betreiber telefonieren, der versucht, am Abend noch irgendwo Nachschub aufzutreiben, weil ihm die Ware ausgeht. Derweil strömen immer noch ganze Gruppen von Leuten auf den Markt, der Rubel rollt. Doch das tut er auch für einen guten Zweck. Die Hälfte der Einnahmen wird für soziale Zwecke in der Gemeinde gespendet.

Nach dem gefühlt zwanzigsten Spülgang geht dann auch meine Schicht zu Ende. Fazit: Anstrengend, aber es hat großen Spaß gemacht. Vor allem die Rückmeldung der Leute ist durchgängig positiv. Denen hat nicht nur unser Glühwein geschmeckt, sondern die Emmeringer Weihnacht generell gefallen. Vor allem wird das vielfältige Programm gelobt, von Auftritten des Schul- und Posaunenchors über Theater und Kasperltheater für die ganz Kleinen. Besonders gut finden die Besucher, dass – im Gegensatz zu vielen anderen Christkindlmärkten – vor der Amperhalle das Verhältnis stimmt zwischen Essens- und Glühweinständen und Buden, an denen gebastelte Sachen angeboten werden.

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