In Kurven nicht nur Gewicht verlagern: Am Fliegerhorst übten die Motorradfahrer das richtige Lenken. foto: voxbrunner

Immer Herr über die Maschine

Fürstenfeldbruck - Beim Sicherheitstraining des Motorsportclubs lernen die Teilnehmer, wie sie ihr Gerät in Not richtig steuern.

Motorradfahrer leben gefährlich. Laut Angaben des statistischen Bundesamtes haben sie gegenüber Autofahrern ein zwanzigfach höheres Todesrisiko. Wenn ein Unfall passiert, ist in den meisten Fällen nicht die Maschine schuld, sondern der Fahrer, weiß Horst Heina, Vorsitzender des Motorsportclubs Fürstenfeldbruck (MSC). Damit er im Ernstfall richtig reagiert, bietet der Verein seit 17 Jahren zum Start der Saison ein Fahrsicherheitstraining an. Rund 250 Teilnehmer kamen dazu auf den Fliegerhorst.

Im Vorfeld hatten 26 Instruktoren und 38 Helfer wieder unermüdlich daran gearbeitet, das Terrain in einen Motorradparcours zu verwandeln. Schließlich sollte alles fertig sein, wenn um 8 Uhr die ersten Teilnehmer auf ihren Maschinen angedüst kamen. Zunächst gab es eine theoretische Einführung rund um die Maschine.

Danach wurden die Fahrer in 13 Gruppen aufgeteilt. Sie übten an einigen theoretischen und zehn praktischen Stationen. Bei der „Banane“ etwa werden zwei leicht gebogene Strecken durch zwei 180-Grad-Kurven verbunden. Hier sollen die Teilnehmer etwas über die richtige Kurventechnik lernen. Der Grund: Viele Motorradfahrer würden immer noch glauben, man man müsse zum Kurvenfahren lediglich sein Gewicht verlagern, erklärte Horst Heina. „Das ist aber die falsche Technik.“ Stattdessen soll die typische Kurvenschräglage nur durch Lenkimpulse herbeigeführt werden. Heina sprach‘s und düste dann mit heulendem Motor zu einer anderen Station. Steinchen flogen durch die Luft, als er auf seiner anthrazitfarbenen Maschine Kreise auf dem Splitt zog. Die Gruppe hielt sich dabei noch ein wenig im Hintergrund.

Aber nicht nur das Kurvenfahren wurde trainiert: An anderen Stationen mussten die Motorradfahrer das Wenden am Berg meistern, Notbremsungen durchführen oder - besonders wichtig - das Ausweichen üben. Beim Roten Kreuz ging es um die Erstversorgung nach einem Unfall. „Jeder Motorradfahrer sollte zum Beispiel wissen, wie man einen Defibrillator benutzt“, sagte Heina.

Das Konzept aus sicherheitsrelevanten Übungen, Fahrtechnik und Theorie gefällt. Heina und sein Vize Oskar Merl bieten dieses Jahr erstmals fünf Termine an, zu denen sich knapp 1000 Teilnehmer angemeldet haben.

Allein durch die Mund-zu-Mund-Propaganda hat sich das Fahrsicherheitstraining im ganzen Land einen Namen gemacht: Der Teilnehmer mit dem längsten Weg kam aus Bielefeld, andere machten schon zum zwölften Mal mit.

Auch für Horst Heina selbst, immerhin seit 50 Jahren aktiver Motorradfahrer, ist es jedes Jahr wieder eine gute Übung. Vielleicht ist ihm auch deswegen nie etwas Ernstes passiert. „Man muss den siebten Sinn entwickeln“, sagte der Clubvorsitzende. Denn auch ihn hat in der vergangenen Woche erst ein Autofahrer geschnitten. Ihm sei aber nichts passiert, weil er es vorhergesehen habe. Genau das tun seine Teilnehmer in Zukunft hoffentlich auch. Und vielleicht kommen sie dann nächstes Jahr wieder - heil und unversehrt.

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