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Sie haben sich dem Schutz der Ackerwildkräuter verschrieben (v. l.): Marion Lang und Dominik Himmler von der Bayerischen Kuturlandstiftung. In Zusammenarbeit und im ständigen Erfahrungsaustausch mit Patrick Lind von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft bauen sie zwischen Germering und München vom Aussterben bedrohte Kräuter an. Gleich neben dem Roggenfeld, in dem die so genannten Ackerwildkräuter wachsen, setzt Ulrike Wagner eine seltene lilaschalige Kartoffelsorte in die Erde. Den Freiluft-Supermarkt in Freiham können am Stadtrand wohnende Interessierte bepflanzen und ihr selbst angebautes Gemüse ernten.

Bayerische Kulturlandstiftung

Hier werden bedrohte Kräuter geschützt

Die Bayerische Kulturlandstiftung fördert in Freiham in Zusammenarbeit mit der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft ein Projekt zum Schutz von Ackerwildkräutern. Ziel des bundesweiten Projekts: Der Artenvielfalt auf den Äckern Vorschub leisten und bedrohte Arten erhalten.

Freiham – Rund ein Drittel aller Ackerwildkräuter sind vom Aussterben bedroht oder stehen schon auf der Roten Liste. Bereits 2010 hat sich die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft dem Erhalt bedrohter Ackerwildkräuter verschrieben und leistet so einen Beitrag zur Vielfalt auf Deutschlands Äckern. Längst sind auch andere Bundesländer auf diesen arterhaltenden Zug aufgesprungen, und auch die Bayern fahren mit: Seit 2016 fördert die Bayerische Kulturlandstiftung in Zusammenarbeit mit der TU München das Projekt. In regem Austausch mit den Rheinländern.

Ohne landwirtschaftliche Nutzung gäbe es Ackerwildkräuter gar nicht

Ackerwildkräuter sind Beikräuter, die auf landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen gedeihen. Wegen des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln werden sie mehr und mehr zurückgedrängt und manche Arten gelten mittlerweile als bedroht. Das bayerische Ackerwildkräuter-Schutzprojekt zielt darauf ab, auch konventionelle landwirtschaftliche Betriebe für den Erhalt von Ackerwildkräutern zu sensibilisieren, denn: Die niedrig wachsenden Wildkräuter stellen aufgrund ihrer Wuchshöhe keine direkte Konkurrenz zu den Getreidesorten dar.

Ganz im Gegenteil: „Sie tragen zur Bio-Diversität bei und dienen Bestäubern wie der Hummel oder der Honigbiene und vielen weiteren Insekten als Lebensgrundlage“, sagt Marion Lang, die im Auftrag der Bayerischen Kulturlandstiftung und der TU München das Projekt gemeinsam mit Dominik Himmler, Geschäftsführer der Bayerischen Kulturlandstiftung, betreut. Während sie das erklärt, zwitschern wie zur Bestätigung Feldlerchen und untermalen ihre Ausführungen. „Ohne landwirtschaftliche Nutzung gäbe es Ackerwildkräuter gar nicht – landwirtschaftliche Nutzung ist zwingend nötig, um sie auch künftig zu erhalten“, betont Dominik Himmler.

Hobbygärtner pflanzen Gemüse auf dem so genannten Freiluft-Supermarkt

In Freiham leistet die Bayerische Kulturlandstiftung seit 2016 Pionierarbeit auf Münchner Flur. Auf einem Acker zwischen Germering und München wurde Roggen ausgesät. Dort wachsen im Getreidefeld unter anderem Ackerrittersporn, Echter Frauenspiegel und Steinsame – allesamt konkurrenzschwache Kräuter, die dem Getreide bei seinem Gedeihen nichts anhaben, weil sie bodennah wachsen.

Gleich nebenan pflanzen Hobbygärtner, die am Stadtrand leben, Gemüse auf den Flächen eines so genannten Freiluft-Supermarkts an. Einen Steinwurf vom Roggenfeld entfernt gedeihen Salate, Kohlrabis, Rote Rüben und seltene Kartoffelsorten, wie der lilaschalige Blaue Schwede – eine Kartoffelsorte, die es in keinem Supermarkt zu kaufen gibt. Beim Ackerwildkräuter-Projekt geht es laut Himmler auch darum, dass man voneinander lerne und über den jeweiligen Tellerrand schaue: Bundesweit, wie beim Ackerwildkräuterprojekt oder ganz nah und nachbarschaftlich betrachtet: Weil auch der Hobbygärtner jederzeit auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche schauen und zusehen kann, wie dort Getreide und Ackerwildkräuter gedeihen.

von Angi Kiener

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