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Anhand einer Grabung erklärt der SV-Vorsitzende Hans Scherer (r.) den Gemeinderäten und Bürgermeister Franz Robeller (l. vorne) den Zustand des Sportplatzes.

Dissens in Hattenhofen

Harter Zweikampf um den Fußballplatz

Ein guter Fußballplatz – möglichst günstig. Diese zwei Anforderungen prallten im Hattenhofener Gemeinderat wieder aufeinander, als es um die Sanierung des SV Haspelmoor-Sportplatzes ging.

Hattenhofen – Das Thema wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung, vor der man auch das fragliche Rasenspielfeld besichtigte, wiederum verschoben. Nach den Sommerferien steht die Sanierung des vernässten Spielplatzes, auf dem seit zwei Jahren fast kein Spiel mehr stattfand, nochmals auf der Tagesordnung. Diesen Kompromiss musste man gehen, nachdem bei der Meinungsbildung klar geworden war, dass der Antrag des SV Haspelmoor auf einen 90 000-Euro Zuschuss der Gemeinde für die Sanierung keine Mehrheit finden würde.

Hattenhofener Gemeinderäte geigen sich ordentlich die Meinung

Schon im März war ein erster Antrag knapp abgelehnt worden. Und wie damals waren auch nun einigen Räten die veranschlagten Gesamtkosten von 185 000 Euro zu hoch. Teilweise geigten sich die Gemeinderäte ordentlich die Meinung – was im Hattenhofener Gremium äußerst selten vorkommt. Besonders bei den zwei teuren Posten Drainagen-Einbau und einem speziellen Bodenaustausch könne man sparen, befand zum Beispiel Andreas Drexl (Junge Wähler), der einen eigenen Kostenvorschlag mitgebracht hatte. Eine Argumentation, die Gemeinderat und SV-Vorsitzender Hans Scherer (UWG Haspelmoor) als unfundiert bezeichnete: „Da kommt vieles aus dem Bauch heraus.“ Die Drainage sei nur in einer speziellen Einbauweise auch zielführend, für den Austausch sei laut Experten ein spezieller Boden notwendig.

Der Grund-Dissens: Beim SV ist man überzeugt, dass die vorgeschlagene Sanierung nur mit gewissen Standards Sinn macht. Und dann werde es nun mal nicht billiger, so zum Beispiel die Meinung von Heini Feigl (UWG Haspelmoor), Fußball-Abteilungsleiter beim SV: „Wenn sanieren, dann von Grund auf gescheit.“ Mittlerweile leidet der SV-Spielbetrieb sehr.

SV-Fußballer müssen noch länger mit nur einem Spielfeld auskommen

Eine Kampfabstimmung, bei der es dann Gewinner und Verlierer gebe, wollte Bürgermeister Franz Robeller (UWG Haspelmoor) nicht abhalten: „Wir brauchen eine pragmatische Lösung, sonst werden wir keine Mehrheit haben.“ Ein kleiner Kompromisspunkt tauchte schließlich doch noch auf: Man könnte Bodenaushub aus einem geplanten Neubaugebiet als Verfüllmaterial benutzen. Dann würde sich die Gemeinde an anderer Stelle Entsorgungskosten sparen. Doch bis solches Material überhaupt ausgehoben wird, vergeht mindestens noch ein Jahr. Das heißt, die SV-Fußballer, von denen einige die Sitzung verfolgten, müssen mindestens noch zwei oder drei Jahre mit nur einem Spielfeld auskommen.

von Fabian Dilger

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