Höhere Entsorgungsgebühren

In der Bauschuttdeponie Jesenwang explodieren die Preise

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Wer künftig Bauschutt oder Erdaushub auf die Deponie in Jesenwang bringen will, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Und es ist nicht die einzige Erhöhung bei Entsorgungsgebühren.

Landkreis –  Bislang kostete eine Tonne Aushub sieben Euro. Ab 1. September sind es satte 44 Euro. Verabschiedet wurde diese Erhöhung vom Werkausschuss des Kreistages. „Das ist krass“, sagt Jakob Drechsler (UBV). Bei einem Einfamilienhaus würden auf Bauherren zwischen 5000 und 10 000 Euro an Mehrkosten alleine für den Erdaushub zukommen.

Kosten steigen wegen hoher Anlieferungsmengen in Jesenwang

Herbert Britzelmair, Chef des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises (AWB), begründete die Preisexplosion unter anderem mit den großen Mengen, die in Jesenwang angeliefert werden und nicht mehr unterzubringen seien. „Diese können nur noch in die Deponie eingebaut werden.“ Dafür würden hohe Kosten anfallen. Im übrigen könne jeder private Anbieter mit der Entsorgung des Aushubes beauftragen. Wenn man in der Kreisdeponie deutlich billiger als andere Anbieter sei, würde man dort im wahrsten Sinne des Wortes zugeschüttet.

Erhöht werden auch die Gebühren für die Entsorgung von Bauschutt auf großen Wertstoffhöfen. Für reines Material werden statt 7,50 künftig zwölf Euro pro Tonne fällig. Die Gebühr erhöht sich je nach Verunreinigungsgrad. Bei mehr als fünf Prozent nicht recyclebarem Bauschutt steigt der Betrag bis 17 Euro, bei über 25 Prozent auf bis zu 44 Euro. Die Annahmeklasse mit einer Verunreinigung von über 50 Prozent, die bislang 40 Euro kostete, fällt unter die Klasse über 25 Prozent.

120 Liter Speiseabfall entsorgen kostet nun 881 statt 549 Euro

Ebenfalls deutlich teurer wird die Leerung von Speiseabfalltonnen. Für einen 120-Liter-Behälter werden etwa statt 549 künftig 881 Euro pro Jahr fällig. „Eine deftige Steigerung“, fand Ingrid Jaschke (Grüne). Diese trifft aber nur wenige Nutzer, wie Britzelmair erklärte. Gerade mal ein Dutzend Haushalte oder Gewerbebetriebe im gesamten Landkreis würden diesen Service überhaupt beanspruchen. In diesem Bereich müsse man ebenfalls mit der höheren Gebühr Kostensteigerungen auffangen. Auch hier gilt laut AWB-Chef Britzelmair: „Die Entsorgung muss nicht über den Landkreis laufen, es gibt genügend private Anbieter.“

Rubriklistenbild: © dpa

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