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Geht doch

Innenminister verspricht weitere S4-Züge am Nachmittag

Fürstenfeldbruck/München - Innenminister Joachim Herrmann stellt Verbesserungen für die S 4 am Nachmittag in Aussicht.

Den vom Landkreis geforderten Express-S-Bahnen erteilt Herrmann aber eine Absage. Vor dem Bau der geplanten zweiten Stammstrecke in München seien Verbesserungen ganz generell nur noch sehr begrenzt möglich, so Herrmann. Das betreffe auch die S 4. Nach dem Drängen des Landkreises hatte er allerdings die Bahn und die Bayerische Eisenbahngesellschaft um Prüfungen zur nachmittäglichen Hauptverkehrszeit gebeten. Das Ergebnis: Ab dem Fahrplan 2016 sei es möglich, zwei zusätzliche Taktverdichter aus Richtung Solln kommend über die Sendlinger Spange und Pasing nach Grafrath rollen zu lassen.

 Ein Start der Züge am Münchner Hauptbahnhof sei aufgrund fehlender Gleiskapazitäten „leider nicht zu ermöglichen“, so Herrmann. Die beiden Taktverdichter-S-Bahnen sollen nach ersten Vorstellungen gegen 15.50 Uhr beziehungsweise 16.50 Uhr den Bahnhof Pasing erreichen. Um 16.15 Uhr beziehungsweise um 17.15 Uhr könnten sie in Grafrath ankommen. Die genauen Fahrplandetails werden allerdings erst noch erarbeitet, so Herrmann. Die beiden S-Bahnen sollen zunächst für zwei Jahre auf Probe bestellt werden. „Damit wird auch dem Anliegen des Landkreises Fürstenfeldbruck Rechnung getragen“, so Herrmann. Die vom Landkreis in die Diskussion gebrachten Expresszüge zwischen der Großen Kreisstadt und München könnten allerdings nicht realisiert werden, so der Innenminister. Den Ausschlag gegeben habe eine „eisenbahnbetriebliche und verkehrliche Prüfung“.

S4 und S20 müssen aufeinander abgestimmt werden

Ein Bahnsprecher betonte gestern auf Anfrage, dass im Zusammenhang mit den beiden Zusatzzügen noch Prüfungen notwendig seien. Geplant sei, die S 20 in die S 4 hinein zu verlängern. Daher müssten die Taktungen der Linien aufeinander abgestimmt werden. „Wir müssen das ideale Zeitfenster finden.“ Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (CSU) begrüßt, dass nun ganz offensichtlich der politische Wille zu Verbesserungen herrsche. Bei den Express-Zügen müsse man allerdings nochmal nachbohren. Wenn die Region schon zusätzliche Züge aus Stuttgart bekomme, müsse man fragen, ob nicht doch noch etwas möglich sei. Zur nachfragestärksten Zeit in der Früh übrigens sei auf der S 4 das betrieblich Machbare ausgeschöpft, so der Innenminister. An Werktagen fahren nun zwischen 6.08 Uhr und 8.08 Uhr zwölf S-Bahnen ab Buchenau nach München. Dies entspreche einem Zehn-Minuten-Takt. Die Debatten um die S 4 währen seit langem. Das Angebot auf der Linie gilt als wesentlich schlechter als auf anderen Ästen. Der Landkreis hatte daher die Express-Bahnen ins Spiel gebracht und deren Machbarkeit mit Hilfe eines Gutachtens unterstrichen. Zuletzt hatte Landrat Karmasin beklagt, dass das Nein dazu nicht ausreichend und vor allem nicht schlüssig erklärt worden sei.

Drei Gleise bis Eichenau

Für extrem wichtig hält der Landtagsabgeordnete Reinhold Bocklet die Zusage Herrmanns zum dreigleisigen Ausbau der S 4 bis Eichenau. Dieser solle nun wirklich parallel zur zweiten Stammstrecke geplant werden und nicht erst nach deren Fertigstellung. Der Ausbau bis Eichenau kostet laut Bocklet um die 330 Millionen Euro. Bis in die Buchenau Gleise zu verlegen, wäre laut Bocklet wegen der notwendigen Stützmaßnahmen am Hang hinter dem Kloster Fürstenfeld und wegen des ebenfalls notwendigen Baus einer Amperbrücke unverhältnismäßig viel teurer. (st)

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