+
Obst und Gemüse wollen Gröbenzeller und Flüchtlinge im interkulturellen Garten gemeinsam anpflanzen.

Interkultureller Garten

Integration im Gemüsebeet

Gröbenzell - Während sich Gemeinde und Landkreis über die Unterbringung weiterer Flüchtlinge in Gröbenzell streiten, planen Ehrenamtliche weitere Hilfsaktionen. Das neueste Projekt: ein interkultureller Garten.

Einen Garten mit Beeten für alle Gröbenzeller hat Agnes Streber mit mehreren Mitstreitern bereits aus der Taufe gehoben. Im Herbst vergangen Jahres wurde das Areal an der Bahnhofstraße den Bürgern übergeben. Nun will die Ernährungswissenschaftlerin einen Garten für die in Gröbenzell lebenden Flüchtlinge schaffen. Ihr Ziel ist es, mit Hilfe gemeinsamer Pflanz-, Ernte- und Kochaktionen die Kontakte der Flüchtlinge zu Gröbenzellern auszubauen und auf diese Weise deren Integration zu fördern.

Aber auch untereinander könnten die Asylbewerber so besser in Kontakt kommen. In Gröbenzell leben Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Nigeria, Albanien und dem Kosovo. Agnes Streber könnte sich auch vorstellen, dass sie durch den Garten und den Anbau von Gemüse europäische Speisen und Essgewohnheiten kennen lernen. Im Gegenzug könnten sie durch die Zubereitung landestypischer Speisen aus ihren Herkunftsländern auch ein Stück Alltagskultur ihrer alten Heimat vermitteln.

Zu diesem Projekt konnte Agnes Streber bereits zahlreiche Helfer gewinnen. Zu einem ersten Informationstreffen erschienen acht Interessenten, die mitarbeiten wollen. Darunter waren zwei Schüler des Gröbenzeller Gymnasiums, die sich gemeinsam mit weiteren Mitschülern im Rahmen eines Seminars an dem Projekt beteiligen wollen. Unterstützung kann auch notwendig werden. Die Leiterin des Gröbenzeller Arbeitskreises Asyl, Lilo Nitz, erinnert sich, dass vor zwei Jahren schon einmal ein Garten für Flüchtlinge geschaffen wurde – damals im Vorgarten einer Unterkunft in der Jägerstraße. Das Projekt sei damals mit großer Begeisterung begonnen worden, dann aber gescheitert.

Gemeinsam mit der katholischen Jugend hatten die Asylhelfer in den Pfingstferien 2014 Rasen und Beete angelegt. Der Gartenbauverein hatte Sträucher und Gemüsepflanzen gespendet, ein ortsansässiger Gärtner Maschinen und Fachwissen bereit gestellt. Alles prima. Dann aber hätten die Probleme angefangen. Die Bewohner des Hauses seien sich nicht einig geworden, wer wann was zu tun gehabt hätte und wer ernten hätte dürfen.

Damit so etwas im neuen „interkulturellen Garten“ an der Olchinger Straße nicht passiert, plant Agens Streber, dass regelmäßig auch Gröbenzeller vor Ort sind, die die Flüchtlinge in der Bewirtschaftung der Beete unterstützen. Nach der Ernte sind Kochworkshops geplant.

Noch in diesem Monat, am 19. Februar, wird die Gruppe in der Containersiedlung den dort lebenden Flüchtlingen das Projekt vorstellen und mit ihnen besprechen, was angepflanzt werden könnte. Im März könnten dann Beete angelegt werden. Damit die Schnecken es sich dort nicht zu gut gehen lassen, ist an die Anlage von Hochbeeten gedacht. Dazu sucht Ernährungswissenschaftlerin Agens Streber noch Gartengeräte, aber auch Pflanzen, die gesetzt werden können. Im April soll der Garten, für den noch ein Name gesucht wird, dann feierlich eröffnet werden. (sus)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schüler als Vers-Sager – nicht als Versager
Im Carl-Spitzweg-Gymnasium ist der erste Poetry-Slam über die Bühne gegangen. Neun Schüler tragen selbst geschriebene Gedichte vor. Die Texte sind witzig, feinfühlig, …
Schüler als Vers-Sager – nicht als Versager
Negativzinsen für Kommunen
Dass die Sparkasse unter der Niedrigzinspolitik leidet, ist bekannt. Jetzt drohen deshalb Gemeinden, die ihr Geld anlegen, Negativzinsen. Privatkunden müssen nicht …
Negativzinsen für Kommunen
Feuerwehr präsentiert Neubau-Vorschlag
Die Mitglieder haben klare Vorstellungen von ihrem neuen Feuerwehrhaus. In einem Arbeitskreis haben fünf Aktive, wie es vom Ausschuss für Verkehr, Gewerbe und …
Feuerwehr präsentiert Neubau-Vorschlag
Haushalt mit Bürgermeister-Stimme abgelehnt
Eklat im Gröbenzeller Gemeinderat: Eigentlich sollte der Haushalt beschlossen werden, doch Bürgermeister Martin Schäfer hat ihn abgelehnt – wegen des Bauvorhabens am …
Haushalt mit Bürgermeister-Stimme abgelehnt

Kommentare