Der Badesteg am Eichenauer See wird erneuert: Statt auf Holz werden sich die Badegäste künftig auf Kunststoff-Teilen in Richtung Wasser bewegen. Foto: Weber

Gemeinderat berät über den Badesee

Ja zum Grillen, Nein zum länger Chillen

Eichenau –Ein Ort, an dem die Eichenauer gerade im Sommer ihre Freizeit gerne verbringen, ist der Badesee. Auf Wunsch des Jugendbeirates wird dort für die kommende Badesaison eine Grillstelle errichtet. Länger feiern darf man dort aber auch in Zukunft nicht.

 Der Vorsitzende des Jugendbeirats, Alexander Wolfram, war extra in die Sitzung des Gemeinderates gekommen, um die Forderung nach einem Grillplatz zu unterstreichen. „Die Aufenthaltsqualität würde dadurch erheblich verbessert“, sagte er und zeigte sich kompromissbereit. Während der Gemeinderat nämlich nur eine Grillstelle genehmigen wollte, hatten die Jugendvertreter zwei Plätze gefordert. Man werde sich aber im kommenden Jahr probeweise erst einmal mit einer Feuerstelle begnügen, meinte Wolfram.

So manch einer der Ratsmitglieder hätte es allerdings gerne gesehen, wenn man – wie bisher – auf eine Feuerstelle am See verzichtet. „Wir brauchen den See nicht attraktiver machen“, meinte beispielsweise Dirk Flechsig. Der CSU-Fraktionsvorsitzende berichtete in diesem Zusammenhang von Säuberungsaktionen, die nach nächtlichen Feiern wiederholt am See notwendig gewesen seien. Probleme mit Vandalismus, der für Anwohner problematische Lärm und Sicherheitsbedenken waren in den vergangenen Jahren regelmäßig von Gemeinderäten angeführt worden, wenn Neuerungen zur Attraktivitätssteigerung am See zur Debatte standen. Flechsig betonte aber, dass die Probleme weniger von Eichenauer Jugendlichen verursacht würden, als von auswärtigen Besuchern.

Es sei unfair, immer wieder auf dem alten Vandalismusargument herumzureiten, entgegnete SPD-Fraktionssprecherin Gertrud Merkert. Feuer werde sowieso gemacht, so dass eine Grillstelle die Angelegenheit eher in geordnete Bahnen lenken würde, meinte Elmar Ströhmer (FW). „Außerdem haben wir einen Wachdienst, der regelmäßig kontrolliert.“

Rike Schiele (Grüne) meinte, dass man mit keiner noch so gut gemeinten Maßnahme Vandalismus gänzlich ausschließen könne. „Wer darauf aus ist, macht es.“

Ab 23 Uhr ist mit Feiern weiter Schluss

Auch wenn die Badegäste sich ihre Würstl künftig am See grillen können, länger feiern dürfen sie dort trotzdem nicht. Und dass, obwohl sich die SPD für eine Aufenthaltsgenehmigung am See auch über 23 Uhr hinaus stark machte. „Der See ist der einzige Rückzugsort für Eichenauer Jugendliche. Im Ort gibt es keine weitere Gelegenheit, an dem sie sich treffen können“, hatte Jugendreferent Andreas Zerbes den Vorstoß seiner Fraktion begründet.

Dafür hätte es einer Änderung der Satzung bedurft, die die Nutzung des Geländes regelt. Eher augenzwinkernd hatte Claus Guttenthaler (FW) vorgeschlagen, die Satzung zu belassen, aber den Wachdienst später erscheinen zu lassen. Ströhmer bezeichnete dies als tolerierbar. Dem setzte die Rathausverwaltung Bedenken wegen Nachtruhe und Jugendschutzgesetz entgegen. Bei einer Verlängerung müsse man davon ausgehen, dass sich nach 23 Uhr auch Minderjährige dort aufhalten und gegebenenfalls Alkohol trinken.

Die Tage des alten Stegs sind gezählt

Dem Antrag der SPD, den Badesteg zu erneuern, wurde dagegen stattgegeben. Er soll künftig aus sogenannten Kunststoff-Pontonelementen bestehen, die 40 000 Euro kosten. Ein ähnliches Material wird bereits bei der seit diesem Sommer mitten im Eichenaueer See angebrachten Badeinsel verwendet.

„Der aktuelle Steg ist ein Sicherheitsrisiko“, hatte Zerbes den Antrag begründet. Der Holzsteg weise scharfe Kanten auf. Zudem müssten immer wieder beschädigte Planken ausgetauscht werden. Vom neuen Material waren aber nicht alle begeistert. „Einen Steg aus blauen Plastiktonnen möchte ich nicht haben“, meinte Ströhmer. Die örtliche Wasserwacht hatte sich wegen der höheren Trittfestigkeit für eine feste Holzbauweise ausgesprochen. Dagegen zeigten sich die Bergkirchener, bei denen die Eichenauer Verwaltung nachgefragt hatte, mit der schwimmenden Steganlage am Eisolzrieder See zufrieden. Rutschgefahr bestehe nur im Winter bei Eisglätte.

Ferner stimmten die Gemeinderatsmitglieder einem ergänzenden Antrag von Celine Lauer (CSU) zu. Sie hatte eine Erneuerung der Beschilderung am See dringend anmahnt. (hk)

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