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In Grafrath

Ja zur dritten Supermarkt-Planung

Im Grafrather Bauausschuss ist nun eine dritte Variante für den Supermarkt an der Hauptstraße vorgestellt worden: Sie fällt deutlich kleiner aus als bisher geplant.

GrafrathWährend Edeka und Rewe eine Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern wollten, gibt sich die Kemptener Firma Feneberg, die den Nahversorger schlussendlich übernimmt, mit 865 Quadratmetern zufrieden. Dadurch fällt der Baukörper kleiner aus. Die Folge: Die Parkplätze für den Markt können alle oberirdisch errichtet werden. Bei den früheren Planungen gab es Bedenken im Gemeinderat, ob Plätze in einer Tiefgarage angenommen würden.

Wie bisher vorgesehen, werden in zwei Obergeschossen Wohnungen und Arztpraxen entstehen. Neu ist, dass auch ein Friseur einziehen soll. Laut Planer gibt es bereits einen Interessenten.

Insgesamt wird es 62 oberirdische Parkplätze geben, davon 47 für den Supermarkt, die restlichen für die Praxen und den Friseur. 32 Parkplätze für die Wohnungen kommen in eine Tiefgarage. Das Gebäude fällt um gut 90 Zentimeter niedriger aus als bei der Rewe-Planung. Der First liegt damit sogar 30 Zentimeter unter dem des bestehenden Damian-Gebäudes, das abgerissen wird.

Obwohl der Planentwurf mit einer 8:1-Mehrheit durchgewunken wurde, regte sich auch Kritik im Bauausschuss. Burkhard von Hoyer (Bürger für Grafrath) war mit der Gestaltung nicht zufrieden und bezeichnete das Gebäude als „Scheune“. Es sei kein architektonischer Höhepunkt. „Ich hätte mir für Grafrath einen Akzent gewünscht, so wie zum Beispiel bei der früheren Edeka-Planung.“

Diese Aussage verwunderte wiederum Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei). „Wenn ich mich recht erinnere, haben gerade Sie diese Planung damals deutlich kritisiert“, sagte er zu von Hoyer.

Peter Kaifler (Grüne), der als Einziger gegen den Entwurf stimmte, äußerte sich nach Ansicht einiger Räte widersprüchlich. Er kritisierte, dass durch die Parkplätze vor dem Markt die Hauptstraße unterbrochen werde und ein Platz entstehe, der nicht zu Grafrath passe. Klaus Rüth (Grafrather Einigkeit) erinnerte unterdessen daran, dass gerade die Grünen an früheren Planungen bemängelt hätten, dass die Marktgebäude zu nah an der Straße standen. Kennerknecht verwies außerdem auf Aussagen aus einer Sitzung im August, als es hieß, es würden zu wenig Parkplätze direkt vor dem Markt vorhanden sein. Zudem sei die Situation kein Einzelfall. „Auch bei der Schule haben wir den Lehrerparkplatz direkt an der Straße“, sagte der Rathauschef.

Kaiflers Vorschlag, die Stellplätze hinter dem Markt anzuordnen, bezeichnete Rüth als Schildbürgerstreich: „Wir müssen uns davon verabschieden, die eierlegende Wollmilchsau schaffen zu wollen.“ Er bezeichnete den Entwurf vor dem Hintergrund der bisherigen Diskussionen als gut: „Der Auftrag der Bürger ist damit erfüllt.“

Max Riepl-Bauer (CSU) regte an, mit Feneberg zu sprechen, ob die Parkplätze außerhalb der Öffnungszeiten für die Gemeinde zur Verfügung gestellt werden können: „Wir haben öfter Veranstaltungen in der benachbarten Schule, da können wir die Plätze gut brauchen.“ Kennerknecht hatte in diese Richtung bereits einen Vorstoß gewagt. Demnach zeigte sich der Betreiber dafür offen, sofern haftungsrechtliche Fragen geklärt werden können. (ad)

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