Zahlreiche Verletzte bei Unruhen am Tempelberg

Zahlreiche Verletzte bei Unruhen am Tempelberg
Fachkundige Begutachtung (v.l.): Jagdberater Rainer Grüter, Hans Betz (Untere Jagdbehörde) und Kreisvorsitzender Gerhard von Hößlin. foto: weber

Hege- und Naturschau

Jäger wollen nicht so viele Tiere schießen wie gefordert

Landsberied – Jäger, die nicht jagen wollen (zumindest nicht zu viel). Die gibt’s tatsächlich im Landkreis. Bei der Hege- und Naturschau in Landsberied beschwerten sich die Waidmänner darüber, dass ihnen vom Staat immer höhere Abschussquoten auferlegt werden.

„Wald vor Wild“ – so lautet die Devise bei den Förstern, die Jungbäume vor dem Verbiss durch Wild schützen wollen. Doch dieses Motto tragen die Jäger nicht mit. „Ich vertrete den Standpunkt ,Wald mit Wild’“, sagt Michael Pöllmann, der Presseobmann der Brucker Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbandes (BJV). Kreisvorsitzender Gerhard von Hößlin ergänzt: „Wir bekommen vom Staat immer höhere Abschussquoten aufgedrückt – dabei wollen wir das gar nicht.“

Die Hegeschau verlief dennoch ohne Streit zwischen Jägern und Förstern, denn: „Das Verbissgutachten ist stabil“, so Pöllmann. Wald und Wild seien in Balance. Die Abschussquoten könnten diesmal deshalb ebenfalls stabil gehalten werden. Forstamtschef Hans-Jürgen Gulder mahnte die Jäger trotzdem dazu, an den vorgegebenen Quoten dran zu bleiben und nicht locker zu lassen: „Ein schlechter Winter reicht und die Zahlen können wieder steigen.“

Unspektakulär verlief die regionale Hegeschau auch im Vergleich zu ihren Pendants in Miesbach und Lenggries. Dort hatte die Wildtierbiologin Christine Miller zuletzt für Aufruhr gesorgt, weil zu viele junge Gämsen geschossen würden und die Tiere deshalb auszusterben drohen. Das gleiche Problem gibt’s im Brucker Landkreis freilich schon mangels Gämsen nicht (Pöllmann augenzwinkernd: „Wir schauen schon immer, aber wir finden keine“). Beim Rehwild sei die Population trotz der hohen geforderten Abschusszahlen stabil, sagt der BJV-Sprecher.

Zuwachs gibt es indessen bei den Wildschweinen. Das bestätigen auch die von Hans Betz von der Unteren Jagdbehörde des Landratsamtes vorgelegten Zahlen. So sind in der Jagdsaison 2015/16 insgesamt 452 Stück Schwarzwild zur Strecke gebracht worden. 52 mehr als im Vorjahr. Die Schwarzkittel – wie Wildschweine umgangsprachlich genannt werden – bereiten vor allem deshalb Probleme, weil sie gerne Felder und Wiesen umwühlen. „Die Bauern sind davon natürlich nicht begeistert“, sagt Pöllmann. Die steigende Population sei deshalb ein Thema, „dramatisch ist die Situation aber noch nicht“.

Ein Problem bei geschossenen Wildschweinen: Jedes Tier muss auf Strahlenbelastung getestet werden. Grund: Weil Wildschweine Pilze fressen, die noch immer von der Tschernobyl-Katastrophe belastet sind, können auch bei den Tieren entsprechende Belastungen auftreten. Allerdings von Tier zu Tier unterschiedlich – je nachdem, wo die Schweine buddeln und was sie fressen. „Wir haben schon innerhalb einer Rotte Tiere gehabt, von denen eines so gut wie gar nicht belastet war, das andere aber weit über dem Grenzwert lag“, berichtet Pöllmann. In Unterschweinbach wird deshalb jedes geschossene Tier in einer speziellen Messstation getestet. Liegt die Belastung über 600 Becquerel, darf ein Wildschwein nicht mehr gegessen werden. „Es wird dann weggeworfen“, sagt Pöllmann.

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