Selbst ein echtes Original: Alte Dokumente sind für den Ortschronisten Roland Bartmann das Größte. Foto: tb

Jahr für Jahr die Geschichte durchstöbert

Emmering - Er hat sich der Geschichte verschrieben und ist doch moderner Archivar: Am ersten Tag 2014 feiert der Emmeringer Chronist und Hobby-Historiker Roland Bartmann seinen 80. Geburtstag.

Der Ortsarchivar ist in Emmering allgegenwärtig: Keine Veranstaltung, kein runder Geburtstag, den er nicht mit seiner Kamera festhalten würde. Am Mittwoch feiert der Emmeringer seinen 80. Geburtstag.

Seit 1969 lebt der gebürtige Sudetendeutsche in seiner Wahlheimat, wobei er selbst sagt, dass „da so viel Wahl nicht war“. Die Bartmanns suchten ein neues Zuhause, wie es sich dann in Emmering auftat. Sein Interesse für Heimatgeschichte wurde aber auch am neuen Wohnsitz, immerhin einer schon im Jahr 740 erwähnten Gemeinde, geweckt.

Zum 50. Geburtstag des Neubaus der Kirche St. Johannes 1978 verfasste der spätere Pfarrgemeinderatsvorsitzende nach Recherchen in Diözesan- und Staatsarchiv eine Pfarrchronik, praktisch die erste schriftliche Darstellung von Emmeringer Geschichte überhaupt.

Das Werk fand reißenden Absatz in der Gemeinde. Und da der ehemalige Mitarbeiter der Bahnpost auch Erfahrung im Sortieren von Briefen hatte, wurde er engagiert, um das im Dachboden des Rathauses lagernde Archiv zu ordnen. Eine Arbeit, der er seit über 30 Jahren nachgeht. Trotzdem hat er „noch nicht jedes Bündel“ geöffnet, nicht „jeden Zettel“ gelesen.

Eine Aufgabe des Archivars war und ist, die bis in die 1920er Jahre zurückreichenden Presseartikel über Emmering zu ordnen und die aktuelle Berichterstattung abzuheften. Der umfangreichere Teil der Arbeit ist die Katalogisierung der offiziellen Schriftstücke, die bis ins Jahr 1812 datieren: Rechnungen, Protokolle, Beschlüsse. Auf Spektakuläres ist der Akten-stöberer nicht gestoßen, aber für jemand wie Bartmann ist sein Job mehr als Aufräumarbeit: „Man hat schon gern ein Original in der Hand“, sagt er.

Nach der wegweisenden Pfarrchronik erschien noch ein Bildband mit alten Ansichten des Bauerndorfes und vergleichenden zeitgenössischen Fotos vom Ortsarchivar. Und natürlich gehörte er zum Autorenteam der Festschrift über 1250 Jahre Emmering im Jahr 1990. Bartmann will auch auf jeden Fall noch dabei sein, wenn das Archiv vermutlich 2015 vom Untergeschoss der Alten Schule wieder in den Rathaus-Altbau zurückkehrt. Ob dann allerdings wirklich Schluss ist, steht dahin: Ein Nachfolger für den Ortschronisten ist noch nicht in Sicht.

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