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Die Schäden waren riesig

Ein Jahr nach Niklas: Jetzt wird aufgeforstet

Fürstenfeldbruck - Entwurzelte Bäume, umgefallene Stromleitungen, abgedeckte Dächer: Genau ein Jahr ist es her, dass Orkan Niklas im Landkreis gewütet hat

Das Sturmtief hat bis heute seine Spuren hinterlassen. Vor allem die Waldbesitzer dürften sich mit Schrecken an den Sturm erinnern. „Orkan Niklas war der zweitschlimmste nach Wiebke 1990 – vor allem für den südlichen Landkreis“, sagt Hans-Jürgen Gulder, Leiter des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten.

Am schlimmsten getroffen hat es die Gegend um Grafrath, Kottgeisering, Jesenwang und Moorenweis. Aber auch das Areal am Jexhof und der Rothschwaiger Forst in Fürstenfeldbruck mussten unter dem Wind kräftig leiden. „Vor allem in Bruck sind viele Fichten umgeknickt, die auf den flachen Kiesböden wuchsen“, erklärt Gulder. Vielen Bäume, die noch nicht komplett entwurzelt waren, gaben kleinere Windböen im Januar und Februar dieses Jahres endgültig den Rest. Obwohl der Großteil des Totholzes aus den Wäldern gebracht wurde, bereitet Gulder die aktuelle Lage Kopfzerbrechen. „Einige angeknackste Bäume sind noch immer im Wald. In ihrer Rinde konnte der Borkenkäfer den milden Winter sehr gut überstehen.“

Grauen vor dem April

Gulder hat beobachtet, dass vor allem einige Fichten schon braune Nadeln bekommen. Der Grund: Zwischen Rinde und Stamm haben es sich die nur Millimeter kleinen Insekten gemütlich gemacht. Deshalb graut es dem Amtsleiter schon jetzt vor April. „Wenn es einige Tage lang mehr als 16,5 Grad hat, dann fliegen die Käfer los und vermehren sich.“ Deshalb hofft Gulder – wohl im Gegensatz zu vielen anderen Bürgern – auf einen nassen und kalten April. Denn das würde den kleinen Käfern die Laune am Losfliegen vermiesen. Noch vor dem späten Frühjahr werden wohl die meisten Waldbauern ihre Bestände wieder aufgeforstet haben. „Momentan geht es rund, das sehen wir daran, dass wahnsinnig viele Förderanträge gestellt werden“, erklärt Gulder. 

Drei Jahre Zeit

Etwa 40 bis 80 Zentimeter hoch seien die Bäume, die nun gepflanzt würden. Unter ihnen sind zwar auch Fichten, aber vor allem Laubhölzer. Viele findige Waldbesitzer setzen auf Bergahorn oder Buche. Einige setzen auch Kirschbäume ein. Gulder: „Die fühlen sich an lichteren Stellen sehr wohl.“ Insgesamt drei Jahre lässt das Forstamt den Landwirte Zeit, um ihren Bestand nach einem Sturm wieder aufzuforsten. Sinnvoll ist allerdings, bald nach dem Orkan damit anzufangen. „Je länger die Bürger warten, desto mehr wächst der Boden zu und desto größer wird der Arbeitsaufwand“, so Gulder.

Die großen Harvester brauchen die Waldbesitzer für die Pflanz-Arbeiten nicht, sie sind schon wieder von den Spazierwegen verschwunden. Lediglich so genannte Rückerzüge lassen sich noch im Wald beobachten. Dabei handelt es sich um motorisierte Anhänger mit Greifarmen, die das Holz abtransportieren. Der Preis, den die Besitzer dann pro Festmeter bekommen ist zwar wieder auf etwa 85 Euro gestiegen. Allerdings hat Niklas den Verdienst schon zuvor stark gedrückt. Zum Vergleich: Vor dem Orkan war der Festmeter mehr als 100 Euro wert.#

Eine Führung zum Thema Borkenkäfer bieten die Förster vom Amt am Donnerstag, 28. April. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Tonwerk in Emmering. Die Experten erklären ihr Wissen anhand von Beispielen.

Ein Jahr nach Niklas: So wütete der Sturm im Landkreis

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