Stoßen auf den Sozialdienst an (v.l.): Eberhard und Gisela Oßberger (langjährige Mitglieder), Vorsitzender Winfried Bauer, Peter Lundt und Anton Kett (ehemalige Vorsitzende), Anneliese Hohenwarter (Geschäftsführerin), Reinhard Paesler und Michael Leonbacher. foto: weber

In Gröbenzell

45 Jahre lang im Dienst der Schwachen

Gröbenzell – Der ökumenische Sozialdienst ist 45 Jahre alt geworden. Am 29. September 1971 war der Verein von Vertretern der katholischen und evangelischen Kirchen und von Bürgern aus der Taufe gehoben worden. Bereits wenige Wochen später zählte der Verein unter seinem ersten Vorsitzenden Anton Kett bereits 200 Mitglieder.

45 Jahre groß zu feiern ist eher ungewöhnlich. Doch der Sozialdienst hatte in der Hoffnung, neue Mitglieder gewinnen zu können, trotzdem am Sonntagvormittag dazu eingeladen, wie der aktuelle Vorsitzende Winfried Bauer gestand. Denn mittlerweile ist der Verein zwar auf 900 Mitglieder angewachsen. Doch Bauer hofft auf Zuwachs, denn die Mitgliedschaft beim Sozialdienst ist aus seiner Sicht „die beste Investition in die Zukunft“.

„Mit Freude und Stolz“, blickte Bauer auf die vergangen 45 Jahre zurück. In dieser Zeit sei der Sozialdienst nicht nur an Mitgliedern, sondern auch an Aufgaben gewachsen. Angeboten werden jetzt Krankenpflege, Tagespflege, betreutes Wohnen zu Hause, eine Anlaufstelle im Betreuten Wohnen am Gröbenbach, wo Senioren sich über Angebote informieren können, die Kleiderkammer, Essen auf Rädern, der Kinderpark, diverse Gesprächskreise, die Familienpflege und Altenhilfe, die Sozial- und Seniorenberatung und diverse Aktivitäten im Begegnungszentrum in der Rathausstraße. Als jüngstes Kind wurde das Projekt „Gemeinsam statt einsam“ ins Leben gerufen. Dabei wird Menschen in Dingen des Alltags geholfen: Beim Einkaufen, beim Wechseln einer Glühbirne, bei Tätigkeiten im Haushalt, wie dem Abnehmen und Wiederaufhängen von Gardinen aber auch beim Gang zum Arzt.

500 Gröbenzeller werden vom Sozialdienst und dessen 130 Mitarbeitern versorgt. Diese sind teils fest angestellt, teils nebenberuflich, teils ehrenamtlich tätig. „Der Sozialdienst ist zu einem mittelständischen Unternehmen geworden“, freute sich Bauer. „Sie dürfen stolz auf ihre Leistungen sein“, lobte die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler.

Das einstige Kellerkind – eine erste Heimat der Geschäftsstelle war im Keller der alten Schule, später in Containern in der Rathausstraße – residiert heute im Sozial- und Begegnungszentrum im Ortszentrum. Ein Gebäude, von dem Bauer sich vorstellen könnte, dass noch ein Stockwerk daraufgesetzt wird.

Bauer hatte am Sonntag aber noch weitere Wünsche parat. Gröbenzell benötige dringend bezahlbaren Wohnraum für Alleinerziehende, Hartz-IV-Empfänger, Rentner mit wenig Einkommen, anerkannte Flüchtlinge, aber auch für Menschen, die beim Sozialdienst arbeiten, erklärte er mit Blick auf den anwesenden Bürgermeister Martin Schäfer (UWG). Außerdem wünscht sich der Vorsitzende ein Mehrgenerationenhaus und ein Sanitätsgeschäft in der Gemeinde sowie Wohnraum für Demenzgruppen. (sus)

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