Der Jubilar (vorne M.) im Kreise seiner Gratulanten (sitzend v.l.): Schwiegertochter Astrid, Sohn Manfred, (stehend v.l.) Bürgermeister Hans Seidl, stellvertretender Landrat Johann Wieser, dritte Bürgermeisterin Waltraut Wellenstein und zweiter Rathauschef Roland Müller. Vox

Mit 100 Jahren in Maisach ein Sondermodell

Maisach - Der Jubilar hat seinen Stolz. Als das Maisacher Bürgermeistertrio zu Johann Lurz kommt, um ihm zum 100. Geburtstag zu gratulieren, steht er selbstständig von seinem Stuhl auf.

„Heute ist so ein besonderer Tag und ich freue mich so, Grüß Gott.“ Als Rathauschef Hans Seidl erwähnt, dass Lurz der einzige 100-jährige in der Gemeinde ist, lächelt der Jubilar: „Ich bin halt ein Sondermodell.“

Nach Maisach gekommen ist Lurz erst vor drei Jahren. Sohn Manfred und dessen Frau Astrid hatten ihn zu sich geholt. Zuvor hatter er noch allein in Bruck gelebt. Allein auf sich gestellt war der Jubilar des Öfteren in seinem Leben. Im siebenbürgischen Draas auf die Welt gekommen, verlor er seine Eltern im Ersten Weltkrieg. Eine Tante kümmerte sich zunächst um den Jungen, doch mit sechs Jahren kam er nach Hermannstadt ins Waisenhaus.

Johann Lurz machte eine kaufmännische Lehre. Seien Leidenschaft aber waren nicht die Zahlen, sondern die Motorräder. „Mein Vater hatte eine ganze Latte davon“, erinnert sich Sohn Manfred. Außerdem ist der Jubilar viel geradelt. Noch mit 95 Jahren besuchte er seine Maisacher Familie mit dem Fahrrad.

Seine Sportlichkeit half Lurz auch im Zweiten Weltkrieg. Vor Stalingrad geriet er in russische Gefangenschaft, konnte aber in einem unbeobachteten Moment vom Zug springen und fliehen. Ein halbes Jahr hat er sich immer wieder bei Bauern in den Bergen versteckt, ehe er zurück in seine Siebenbürger Heimart kam. Da war Lurz bereits mit seiner Rita verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. „Er war mit Leib und Seele Vater“, sagt Manfred. Ähnliches können auch die drei Enkel, von denen der älteste extra aus Houston zum Gratulieren anreiste, und der eine Urenkel sagen.

Am täglichen Leben nimmt der 100-jährige, der neben deutsch auch noch ungarisch, rumänisch und siebenbürgisch-sächsisch spricht noch rege teil. Das Fernsehen ist eine seiner Informationsquellen. Auch Tierfilme und Western mit John Wayne gehören zum Unterhaltungsprogramm. Schwiegertochter Astrid hat einen ganzen Schwung davon auf DVD besorgt. „Auch John Wayne ist so ein besonderes Modell“, schmunzelt sie.

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