Jahresversammlung der Bürgerinitiative

Lösen sich die Gernlindner Fluglärm-Gegner auf?

Gernlinden - Die Bürgerinitiative (BI) gegen Fluglärm geht davon aus, dass der Verein im Frühjahr seine Ziele erreicht hat und sich auflösen kann.

Mit der beschlossenen Auflassung des Flugplatzes am ehemaligen Fliegerhorst geht der wiedergewählte Vortsitzende Norman Dombo davon aus, dass auch die Fliegerei in Fursty ihr Ende finden wird. Der Ankündigung der dort noch untergebrachten Sportflieger, einen Sonderlandeplatz beantragen zu wollen, sieht der BI-Vorsitzende gelassen entgegen. Zum einen liege die in Frage kommende Fläche auf Maisacher Flur. „Stand ist derzeit, dass der Gemeinderat das nicht genehmigen würde“, sagte Dombo. Als weitere Hürde sieht er die Kosten: „Ich glaube nicht, dass die Sportflieger das Verfahren finanzieren oder den Grund erwerben können.“

Dennoch betonte Dombo: „Die Lärmmessungen der BI zeigen, dass die Lärmbelästigung nicht weiter ansteigen darf.“ Besagte Messungen brachten Interessantes zum Thema Lärmbelästigung durch den Flughafen Erding zu Tage: Die Belastung in der Spitze ist nachts in Maisach sogar höher als in Garching, das direkt in der Einflugschneise des Flughafens liegt. In Maisach werden hier Werte von über 70 Dezibel erreicht. Allerdings führt Dombo dies nicht nur auf Fluglärm, sondern auch auf die Eisenbahn zurück.

Dennoch sagte der Vorsitzende: „Zusätzlicher Lärm wäre nicht hinnehmbar: weder durch einen Sonder- noch durch einen Verkehrslandeplatz.“ Die Messwerte können im Internet auf www.dfld.de eingesehen werden.

Auch die in Fursty stationierten Brandbeobachtungs-Flieger rechtfertigen für Dombo keinen Sonderlandeplatz in Fürstenfeldbruck, da ein solcher nur wenige Kilometer entfernt in Jesenwang existiert. Michael Acker, Vorsitzender der dortigen Fluglärm-Gegner, erklärte, dass sich seine Initiative nicht gegen die Stationierung in Jesenwang stellen werde: „Diese Flieger würden sicher nicht mehr sonderlich ins Gewicht fallen.“

Dombo geht davon aus, dass sich im Frühjahr entscheidet, ob die BI ihre Ziele erreicht hat und aufgelöst werden kann. Die Neuwahl, bei der die gesamte Vorstandschaft einstimmig bestätigt wurde, kündigte er mit den Worten „Es ist hoffentlich unsere letzte“ an.

Und auch das Ende des Jahresberichts klang nach einem abschließenden Fazit: „Die Bürgerinitiative hat konsequent ihre Ziele zum Wohl der hier lebenden Menschen verfolgt, ein Umdenken in der Politik eingeleitet und durch jahrelangen ungebrochenen Widerstand dauerhafte Erfolge gefeiert."

Andreas Daschner

Auch interessant

Kommentare