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Die Ganghoferstraße: Die Stadt hat in den 1970er-Jahren mit ihrem Bau begonnen. Die Anwohner sollen im Zuge des neuerlichen Ausbaus nun auch die Altkosten begleichen. Bisher mussten sie für die Erschließung nichts zahlen.  

Es geht um viel Geld

Jahrzehnte später: Anwohner sollen für Straße blechen

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Die Anwohner der Ganghoferstraße werden zur Kasse gebeten. Die Fahrbahn wird ausgebaut, daran müssen sie sich beteiligen. Zusätzlich verlangt die Stadt jetzt die Gelder für den Bau der Straße in den 1970er-Jahren. Die Bürger wollen sich das nicht gefallen lassen. Einige drohen mit rechtlichen Schritten.

Fürstenfeldbruck – Die Ganghoferstraße soll sicherer werden, auch wegen der Nähe zur Schule Nord. Unter anderem soll der bisher lediglich aufgezeichnete Geh- und Radweg auf der Nordseite zu einem abgesetzten Bürgersteig ausgebaut werden. Zusätzlich sollen die Straßenquerungen übersichtlicher gestaltet werden, der Fahrbahnbelag muss neu gemacht werden. Betroffen ist ein Abschnitt von etwa 180 Metern zwischen Theodor-Heuss- und Wilhelm-Busch-Straße.

Die Kosten für den gepanten Ausbau und die Ersterschließung, die schon vor Jahrzehnten stattfand, hat das Planungsbüro auf 375 000 Euro brutto geschätzt. 90 Prozent müssen die Anwohner übernehmen. Denn die Straße gilt bis heute als nicht fertiggestellt. Bisher haben die Bürger für deren Bau also noch nichts bezahlen müssen. Deshalb wird der so genannte Erschließungsbeitrag abgerechnet.

Einige von ihnen gehen nun auf die Barrikaden. Zahlreiche Briefe sind im Rathaus eingegangen. Die Bewohner zweifeln an, ob sie wirklich 90 Prozent des Ausbaus zahlen müssen. Als Argumentations-Grundlage dient ihnen die Änderung des „Kommunalabgabengesetzes“ (KAG). Darin heißt es, dass 20 Jahre nach Eintreten der so genannten Vorteilslage kein Geld mehr rückwirkend verlangt werden kann. „Deshalb können keine Erschließungsbeiträge für künftige Umbauten verlangt werden. Allenfalls ein Teil der Ausbaukosten kann auf die Anlieger umgelegt werden“, schreibt ein Ehepaar in seinem Brief an den amtierenden Bürgermeister Erich Raff (CSU). Wie die Verwaltung auf Nachfrage erklärt, ist die Änderung aber erst ab 1. April 2021 gültig. Die Ganghoferstraße soll noch davor ausgebaut werden. „Diese Straße ist schon lange auf der Agenda und nun an der Reihe“, sagte 3. Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne), die momentan die Amtsgeschäfte führt, im zuständigen Ausschuss. Die Stadt sei gesetzlich dazu verpflichtet, 90 Prozent der Kosten umzulegen, ob bei Wohn- oder Durchgangsstraßen. Natürlich werde man neben den Beiträgen für die Neuerungen die Preise aus den 1970er-Jahren für die Erschließung verlangen.

Da im betroffenen Gebiet vor allem Einfamilien- und Reihenhäuser stehen, könnten die Kosten für die Besitzer erheblich ausfallen. Grob gilt: Je größer die jeweilige Fläche und das Gebäude, desto höher der Beitrag. Einen Monat, nachdem der Bescheid eingegangen ist, ist die erste Zahlung fällig. Die Hausbesitzer können den Betrag laut der Verwaltung in gewissen Fällen auch in Raten abstottern. Einige von ihnen behalten sich laut ihrem Schreiben rechtliche Schritte vor. Der zuständige Ausschuss hat der Maßnahme nun trotzdem erst einmal zugestimmt. Lediglich Georg Stockinger (FW) sprach sich dagegen aus.

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