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Bescherung vor Weihnachten: Bürgermeister Erwin Fraunhofer mit einem Teil des Brunnenschachts.

Jesenwang

Brunnen aus dem Mittelalter: Ein Geschenk aus der Vergangenheit

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Vorgezogene Bescherung im Jesenwanger Gemeinderat: In der letzten Sitzung des Jahres – traditionell auch Weihnachtssitzung genannt – lag Bürgermeister Erwin Fraunhofer (CSU) ein ganz besonderes Paket vor. Es enthielt mehr als 1400 Jahre alte Jesenwanger Geschichte.

JesenwangBei einem Kelleraushub in Jesenwang waren archäologische Funde zutage getreten. Nähere Untersuchungen hatten gezeigt, dass es sich um einen alten Holzbrunnen aus dem Mittelalter handelt – datiert auf das Jahr 600 nach Christus. Neben Keramik und Knochen waren auch große Teile des hölzernen Brunnenschachts erhalten geblieben. Ein Großteil der Funde wurde zu einer Außenstelle des Denkmalamts in Thierhaupten (Landkreis Augsburg) gebracht. Dort werden sie nun untersucht.

Ein kleines Stück des Brunnenschachts befand sich jedoch im Paket, das Fraunhofer bei der Weihnachtssitzung feierlich öffnete. Das Stück soll in der Gemeinde in einer Vitrine ausgestellt werden. Keiner weiß, ob weitere Teile der Funde nach ihrer Untersuchung den Weg zurück nach Jesenwang finden. Möglich ist es laut Fraunhofer.

Dass der Rathauschef schon vorab ein Stück des historischen Holzes in Händen halten konnte, verdankte er einem Zufall. Archäologe an der Fundstelle war nämlich Kreisheimatpfleger Markus Wild, Sohn von Grafraths Vize-Bürgermeisterin Ingrid Wild. Da Fraunhofer Bauamtsleiter in der Verwaltungsgemeinschaft Grafrath ist, erfuhr er von diesem Umstand und fragte an, ob es nicht möglich sei, einen Teil davon für die Gemeinde zu bekommen. „Ich hatte schon gar nicht mehr an das Gespräch mit Frau Wild gedacht, als jetzt – kurz vor Weihnachten – plötzlich das Paket auf meinem Schreibtisch in Grafrath lag“, berichtete Fraunhofer. Wild hatte tatsächlich offiziell einen Teil des Fundes an die Kommune weitergeben dürfen.

Fraunhofer wusste aus der beiliegenden Beschreibung, was sich in dem Paket befand. Endgültig gesehen hat er das geschichtsträchtige Holzstück aber erst bei der Ratssitzung. „Ich habe das Paket bis dahin verschlossen gelassen“, sagte der Bürgermeister. Denn was gibt es bei einer Weihnachtssitzung Schöneres, als ein Geschenk aufzumachen.

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