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Bundeswehr ändert Flughöhen - Windrad bei Jesenwang wird wahrscheinlicher

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Von: Thomas Steinhardt

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Streit um Ausbau der Windkraft in Bayern
Das Verfahren ums Jesenwanger Windrad kann beginnen. © Photographer: Andrea Jaksch

Das geplante Windrad bei Jesenwang hat eine wichtige Hürde genommen. Jetzt kann das eigentliche Genehmigungsverfahren beginnen.

Jesenwang - Seit zwei Jahren unterstützt Michael Schrodi, SPD-Bundestagsabgeordneter für Dachau und Fürstenfeldbruck, den Einsatz der Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Land und weiterer Engagierter für eine Windkraftanlage in Jesenwang. Sie erfüllt die 10-H-Regel, größte Hürde zuletzt aber waren militärische Vorgaben.

Wirtschaftlicher Betrieb

Wie Michael Schrodi und die Energie-Genossenschaft jetzt berichten, hat die Bundeswehr im Bereich Jesenwang die Mindestflughöhen des Militärflugplatzes Lechfeld angehoben, die den wirtschaftlichen Betrieb einer Windkraftanlage bisher verhinderten. Im Jahr 2020 hatte die Bundeswehr den Bau der geplanten Windkraftanlage abgelehnt, mit dem Hinweis auf die im Umfeld des Flugplatzes geltenden Mindestflughöhen. Der Betrieb einer modernen Windkraftanlage mit einer Höhe von mindestens 200 Metern wäre unter diesen Bedingungen nicht möglich gewesen, erklärt Schrodi.

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Er berichtet von zahlreichen Gespräche und Schreiben an die zuständigen Bundesministerien für Wirtschaft, Verkehr und Verteidigung, die zunächst ohne Erfolg blieben. Unter der neuen Bundesregierung und dem SPD-geführten Verteidigungsministerium sei nun wieder Bewegung in die Sache gekommen. „Ich habe in den vergangenen Jahren – auch im Zuge der Koalitionsverhandlungen – immer wieder auf die Mindestflughöhen als Hindernis für den Ausbau der Windkraft hingewiesen. Ich freue mich sehr, dass sich dieses Engagement jetzt direkt vor Ort auszahlt“, sagt Schrodi.

Mehr Erneuerbare

Die Entscheidung der Bundeswehr zur Anhebung der Mindestflughöhen von derzeit 760 m auf 836 m ü. NN komme fast zeitglich mit der Verabschiedung des Energiepakets der Bundesregierung für den massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien. Darin werde unter anderem gesetzlich geregelt, dass jedes Bundesland rund zwei Prozent seiner Flächen verpflichtend für Windkraft zur Verfügung stellen muss. „Die bayerische Staatsregierung hat den Ausbau der Windkraft viel zu lange ausgebremst und kann sich jetzt nicht mehr verstecken. Wir brauchen in Bayern mehr Windkraftanlagen, um die Energiewende zu schaffen, aber auch, um schnell unabhängig von russischen Gas- und Ölimporten zu werden“, sagt Schrodi. Die Entscheidung der Bundeswehr ist ein wichtiger erster Schritt für mehr Windkraft in Oberbayern.“ Die Bürger Energie Genossenschaft Freising erwartet in den nächsten Wochen den endgültigen Vorbescheid durch das Landratsamt Fürstenfeldbruck, um dann in das eigentliche Genehmigungsverfahren einzutreten.

Drei Sektoren

Die Energiegenossenschaft spricht davon, dass das geplante Rad einen entscheidenden Schritt vorangekommen sei. Im folgenden Genehmigungsverfahren freilich sind noch verschiedene Fragen zu klären, unter anderem ist der Artenschutz zu klären. Insgesamt hat die Bundeswehr die Mindestflughöhe in drei Sektoren in der Region verändert. Inwieweit andere mögliche Windrad-Standorte betroffen sein könnten, müsse noch genauer geklärt werden, sagte Schrodi.

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