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Das gehört mit zur Tradition: Die Reite mit dem Kreuz bilden stets den Anfang des Zuges.
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Erfahren: Stefanie (l.) und Brigitte Aumiller sowie die Pferde Hanni und Fanni sind zum zwölften Mal dabei.
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Ein fesches Gewand gehört für Sandra und Stefan Gschwandtner sowie Sohn Samuel dazu.
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Brauchtum in Jesenwang

Darum sind sie beim Willibaldritt dabei

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Zum 296. Mal hat heuer der Willibaldritt stattgefunden. Für Teilnehmer und Zuschauer hat er einen festen Platz im Terminkalender – weil sie so mithelfen, Brauchtum zu pflegen.

Jeans und T-Shirt gehörten zwar mit zum Erscheinungsbild in den Straßen,durch die der Willibaldsritt zog. Nicht so für Sandra und Stefan Gschwandtner. In Dirndl und Trachtenhemd fühlen sie sich sowie ihr fünfjähriger Sohn Samuel an so einem Tag wohler. „Das ist das richtige Gwand für heute“, zeigte sich die Jesenwanger Familie gut gelaunt. Man wolle auch damit zum Ausdruck geben, dass man sich dem Brauch verbunden fühle und gerne zuschaue. Genau deswegen ist der Sohn zum dritten Mal mit dabei. „Es ist wichtig, dass er mitbekommt, dass es den Willibaldritt bei uns im Ort gibt und warum es ihn gibt.“

Sich dafür fesch zu machen und herauszuputzen, ist für Stefanie und Brigitte Aumiller aus Steinebach Ehrensache, auch für ihre Pferde Hanni und Fanni. „Die Jesenwanger haben da so einen schönen Brauch. Mit unserer Teilnahme wollen wir ein kleines Stück mithelfen, diese Tradition zu bewahren.“ Seit zwölf Jahren sei das schon ein Teil ihrer Motivation, um teilzunehmen. „Der Tag ist deswegen bei uns immer groß im Kalender angemerkt“, erzählt Brigitte Aumiller.

Erfahren: Stefanie (l.) und Brigitte Aumiller sowie die Pferde Hanni und Fanni sind zum zwölften Mal dabei.

Sie würden die Atmosphäre solcher Umzüge überhaupt genießen, fügt Stefanie Aumiller hinzu. Bei der Leonhardifahrt in Fürstenfeldbruck oder beim Oktoberfest seien sie deshalb ebenfalls immer wieder mit vertreten. Stets verlassen können sich dabei die beiden auf die Pferdedamen Hanni und Fanni, 18 und 16 Jahre alt. „Sie kennen die Jesenwanger Strecke schon auswendig“, lobt Stefanie Aumiller die Pferde, die ebenfalls seit 2006 mitwirken. „Hanni und Fanni kennen den Zug hier fast von Kindesbeinen an“, schmunzelt Gschwandtner.

Zum ersten Mal gesehen hat den Willibaldritt Linus Mallner. Der 33-jährige ist erst vor einem knappen halben aus Thüringen nach München gezogen. „Weil ich Pferde mag, interessiert mich alles, was damit zu tun hat, auch Brauchtum.“ Deshalb recherchiere er viel im Internet. „So bin ich auf den Willibaldritt gekommen.“ Er sei fasziniert, wieviele Menschen hier zusammenkommen und wie viel Mühe sich die Reiter machen, um die Pferde zu schmücken, so Mallner. „Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder hierherkommen“, so der Thüringer.

Ein fesches Gewand gehört für Sandra und Stefan Gschwandtner sowie Sohn Samuel dazu.

Genauso zufrieden zeigte sich Martin Schmid, der erste Vorsitzende des Freundeskreises St. Willibald. Der Verein feiert heuer noch sein Bestehen seit 1978. Allein 14 Gespanne zählte Schmid bei den Teilnehmern. „Das sind zwei mehr als im Vorjahr“, bemerkte er mit Stolz. Bei den Reitern könne man das dagegen nie so ganz genau einschätzen, so Schmid. Wenn es für die Pferde zu heiß sei, würden manche von einer Teilnahme absehen. Beim 296. Willibaldritt waren die Wetterverhältnisse mit rund 20 Grad und leichtem Wind allerdings fast ideal – auch für die von den Veranstaltern gezählten rund 2500 Zuschauer, die sich entlang der Strecke und auf dem Feld bei der Willibaldkirche eingefunden hatten. Dort fand außerdem die traditionelle Segnung der Pferde durch Pfarrverbandsleiter Wolfgang Huber statt, der selbst zum 15. Mal mitgeritten war.

Für den reibungslosen Ablauf im Umfeld des Willibaldritts sorgten die Mitglieder der Freiwillige Feuerwehr von Jesenwang. Beim Zug der Teilnehmer selbst sorgte kurzzeitig ein Schimmel für Aufregung, der offenbar die Musik nicht gewohnt war und ein wenig nervös wirkte.

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