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An der Poststraße entsteht neues Baugebiet.

Vorrangig für Einheimische

Ein Dorf reagiert auf den Wohnungsdruck

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Der Wohnungsdruck auf den Münchner Speckgürtel wächst – sogar in kleinen Gemeinden wie Jesenwang. Dort reagiert der Gemeinderat und weist zwei neue Gebiete aus, die vor allem Einheimischen die Möglichkeit zum Bauen geben sollen.

Jesenwang „Bei mir rufen immer wieder Leute an und fragen, ob wir Baugrund haben“, sagt Bürgermeister Erwin Fraunhofer (CSU). Bislang musste er den Interessenten immer die gleiche Antwort geben: „Derzeit gibt es nichts.“ Doch das ändert sich nun.

Auf einer Fläche zwischen der Adelshofener und der Römerstraße sowie auf einem großen unbebauten Areal an der Poststraße kann wohl schon bald gebaut werden. „In den vergangenen vier Jahren haben wir wenig in Sachen Bauland für Einheimische gemacht“, sagt Fraunhofer. Zuletzt gab es ein paar Flächen im Bereich des Wangerwegs. Die neuen Projekte fallen in der Summe aber deutlich größer aus als damals.

Einen plötzlichen Wachstumsschub wird es in der Gemeinde aber nicht geben. Denn das große Projekt an der Poststraße soll in mehreren Abschnitten realisiert werden. Platz für 28 bis 32 Wohneinheiten sieht Fraunhofer auf der Fläche hinter der Pestkapelle. Als erstes sollen die Grundstücke direkt an der Poststraße in Angriff genommen werden. Der Vorteil dort ist laut dem Rathauschef: „Die Erschließung ist bereits vorhanden.“ Man habe bewusst nach Flächen gesucht, wo schon eine Bebauung und damit auch Kanal- und Leitungsanschlüsse vorhanden sind. „Das beschleunigt die ganze Sache.“ Die dahinterliegenden Bereiche könnten dann mit einer Ringstraße erschlossen werden. Dort müssten auch die Anschlüsse neu verlegt werden.

Bis das geschieht, wird es aber noch ein paar Jahre dauern. Fraunhofer fasst diese Baumaßnahmen für die Zeit ab 2021 ins Auge. Kurzfristiger realisiert werden soll das zweite Bau-Areal im Bereich der Adelshofener und Römerstraße. Die dortige Wiese liegt zwar noch im Außenbereich. Direkt angrenzend gibt es aber auch dort die derzeitige Ortsrandbebauung und damit die nötigen Erschließungsanlagen. Sechs bis acht Bauparzellen hält Fraunhofer dort für machbar. Ebenso wie für das Areal an der Poststraße soll hierfür ein erster Planungsentwurf bis zum Frühjahr vorliegen.

Entsprechende Beschlüsse fasste der Jesenwanger Gemeinderat jetzt bei seiner jüngsten Sitzung. Sobald die Vorentwürfe vorliegen, dürfte auch eine deutlichere Tendenz bei der tatsächlichen Anzahl der neuen Wohnungen sichtbar werden. Dann zeigt sich, wie stark die Jesenwanger Bevölkerung in den kommenden fünf bis zehn Jahren wächst und wie viele junge Einheimische am Ort bleiben können.

Bis dahin bleibt für die Kommunalpolitiker noch einiges zu tun. Schließlich muss auch ein neuer Kriterienkatalog aufgestellt werden, nach dem die Grundstücke vergeben werden.

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