+
Gratulation an den Ehrenobermeister: Obermeister Leonhard Lachner (l.) mit Gottfried Schlemmer.

Ehrung

Er zimmert auch im Ruhestand meisterlich

Wie kaum ein anderer hat der Jesenwanger Gottfried Schlemmer die Zimmererinnung Bruck-Dachau geprägt. 30 Jahre stand er der Vereinigung seines Berufsstandes vor. Für dieses langjährige Engagement wurde er nun zum Ehrenobermeister ernannt.

JesenwangSo ganz kann Schlemmer, der im Herbst 74 Jahre alt wird, das Zimmererhandwerk nicht lassen. „Offiziell bin ich in Ruhestand, aber inoffiziell unterstütze ich die Zimmerei immer noch ein wenig“, sagt er. „Die Zimmerei“ ist der Betrieb der Familie Schlemmer in Jesenwang. Und die kann die Hilfe des erfahrenen Gottfried Schlemmer aufgrund eines Krankheitsfalles derzeit besonders gut brauchen.

Aber nicht nur im eigenen Unternehmen hat sich der Jesenwanger Gottfried Schlemmer jahrelang für seinen Berufsstand engagiert. Er war Vizepräsident der Verbände des bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes sowie des Instituts des deutschen Zimmererhandwerks. Und von 1985 bis 2014 war er Obermeister der Innung Fürstenfeldbruck-Dachau.

Der Grund dafür, das Amt zu übernehmen, war allerdings ein sehr trauriger: Sein Vorgänger Theobald Lachner war tödlich verunglückt. „Ich habe das Amt damals übernommen, um die Innung in seinem Sinne am Leben zu halten“, sagt Schlemmer rückblickend. Vor allem der von Theobald Lachner gepflegte familiäre Umgang in der Innung habe ihm stets als Vorbild gedient – und das für rund 30 Jahre.

Erst vor drei Jahren hat Schlemmer das Obermeister-Amt abgegeben. Dabei schloss sich ein Kreis: Schlemmers Nachfolger wurde Leonhard Lachner, der Sohn seines Vorgängers. Dem blieb es nun vorbehalten, Schlemmer die Urkunde für die Ernennung zum Ehrenobermeister zu überreichen.

Veränderungen im Handwerk

Für sein Engagement für das Zimmererhandwerk hatte der Jesenwanger 2007 bereits das Bundesverdienstkreuz erhalten. Dennoch sagte er über seinen neuen Ehrentitel: „Diese Auszeichnung bedeutet mir sehr viel.“

Gotttfried Schlemmer, der von der Gebietsreform 1978 bis zur Kommunalwahl 2008 auch im Jesenwanger Gemeinderat wirkte, hat in den Jahren als Obermeister viele Veränderungen in seinem Handwerk erlebt. „Durch die modernen maschinellen Einrichtungen sind heute Holzverbindungen möglich, die man früher nicht machen konnte“, sagt er. Aber auch die betriebswirtschaftlichen Abläufe hätten sich geändert. In den Betrieben brauche man immer mehr Personal für das Büro.

Mit diesen Dingen muss sich Schlemmer aber nicht mehr auseinandersetzen. Seine Freizeit verbringt er stattdessen lieber in den Bergen – seine große Leidenschaft. Die ganz hohen Berge erklimmt er allerdings nicht mehr. Der letzte war der Aconcagua im Jahr 2006. Jetzt lässt es der knapp 74-Jährige etwas ruhiger und heimatnäher angehen. „In den Bergen Bayerns und Tirols fühle ich mich aber immer noch sehr wohl.“ (ad)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Baum stürzt auf fahrendes Auto
Das Unwetter am Freitagabend hat auch in der Region Fürstenfeldbruck zahlreiche Bäume zum Umstürzen gebracht. Bei Adelshofen fiel ein Stamm sogar auf ein fahrendes Auto.
Baum stürzt auf fahrendes Auto
CSU fordert abschließbare Fahrradboxen am Bahnhof
Nach Ansicht der CSU würden weit mehr Bürger der Gemeinde mit dem Fahrrad zur S-Bahn kommen, wenn es dort sicherer abgestellt werden könnte.
CSU fordert abschließbare Fahrradboxen am Bahnhof
Der Schweinehund-Bezwinger
Robert Schramm, 52, ist Extrem-Sportler. Unter anderem läuft er mit Anfang 50 die längsten Treppen der Welt nach oben. Wie er das macht? Reine Kopfsache. Über ein …
Der Schweinehund-Bezwinger
„Hier ist alles schnell erreichbar“
 Niemand kennt die Brucker Straßen so gut wie die Menschen, die in ihnen wohnen. Sie erleben sie bei Tag und Nacht. Sie wissen, wo die schönsten Ecken und gemütlichsten …
„Hier ist alles schnell erreichbar“

Kommentare