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Jetzt ist der Hof wieder in einem traumhaften Zustand: Die Familie Brandlhuber hat die Fassade des Gebäudes in Jesenwang wiederhergestellt und aus vier wieder acht Fenster gemacht. 

Serie: Häusergeschichten (7)

In diesem Haus blüht die Vergangenheit auf

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In alten Gemäuern zu leben, war der Traum der Familie Brandlhuber. Mit einem Haus in Jesenwang konnten sie sich diesen Wunsch erfüllen. Eines war aber auch von Anfang an klar: Hier wartet jede Menge Arbeit auf sie. Es sollte gar eine Lebensaufgabe werden.

Jesenwang – Wein rankt sich an den Wänden des Hauses in Jesenwang hoch. Eine uralte Holztür lädt zum Schritt in ein längst vergangenes Jahrhundert ein. Dass der mehr als 100 Jahre alte Hof an der Bergstraße heute so dasteht wie in seinen Anfangstagen, ist Regina und Werner Brandlhuber zu verdanken. Das genaue Baujahr des Gebäudes ist den Brandlhubers nicht bekannt. „Irgendwann um 1890 herum“, sagt Werner Brandlhuber (71). Man dürfe sich nicht von der Jahreszahl 1858 auf der Haustür irreleiten lassen. „Die Tür stammt von einem anderen Hof und wurde von uns eingebaut.“ Wie das Paar überhaupt viel umgebaut und gewerkelt hat, um den Traum vom Leben in alten Gemäuern zu erfüllen.

Es war Liebe auf den ersten Blick

Die alten Holzfenster sind teils noch original.

Vor inzwischen 31 Jahren haben die Brandlhubers das Haus erworben. „Über einen Makler“, wie Regina Brandlhuber (62) erzählt. „Wir haben speziell nach einem alten Haus gesucht.“ Die Liebe dazu erwuchs auf dem väterlichen Bauernhof. „Ich habe mich in bäuerlichen Häusern immer wohl gefühlt.“ Ein Jahr lang hat die fünfköpfige Familie gesucht. Mit drei Kindern sei es aber schwer gewesen, etwas Erschwingliches zu finden. „Dann wurde uns das Haus in Jesenwang angeboten“, sagt Werner Brandlhuber.

Der Hof war zwar in einem unschönen Zustand und sofort war klar, dass man viel Arbeit in das Haus stecken musste. Dennoch verliebten sich die Brandlhubers auf den ersten Blick in das alte Ambiente. Eine Liebe, die bis heute anhält und zur Arbeit antreibt. Denn richtig fertig ist man nie, wie Werner Brandlhuber sagt. „Das ist bei einem neuen Haus ja auch nicht viel anders: Wenn man hinten fertig ist, kann man vorne wieder mit was anderem anfangen.“

Vor mehr als drei Jahrzehnten haben die Brandlhubers erst einmal angefangen, das Haus wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu bringen. „Als wir es gekauft hatten, sah die Fassade ganz anders aus“, erzählt Werner Brandlhuber. Statt der früheren acht, gab es nur noch vier Fenster. Das wurde wieder geändert. Zwei der Holzfenster waren noch im Original vorhanden. Dabei kam Brandlhuber die Bekanntschaft zu Hans Well von der mittlerweile aufgelösten Biermösl Blosn zugute. „Er hat uns einen Schreiner vermittelt, der die Fenster nachgebaut hat.“ Türen und Böden wurden ebenso erneuert, wie die Wände verputzt.

Der Hof steht unter Denkmalschutz

Das Schild weist auf den Namen des Hauses hin.

Einen Teil des Hauses ließen die Brandlhubers unterkellern. „Davor gab es nur einen Kartoffelkeller“, erzählt der Jesenwanger. Und auch das Fundament veränderte er. Zuvor existierten nur drei Reihen Ziegel, wodurch die Wände Feuchtigkeit zogen. „Ich habe das Fundament mit Unterstützung eines Maurers mit Beton unterlegt“, erzählt Werner Brandlhuber. Billig war die Renovierung nicht. Aber es gab staatliche Unterstützung.

Brandlhuber ließ den Hof unter Denkmalschutz stellen und kassierte insgesamt Zuschüsse in Höhe von damals rund 100 000 Mark. „Trotzdem hätten wir die gesamten Kosten nicht auf einmal aufbringen können“, sagt er. Weil sich die Arbeiten aber über mehrere Jahre erstreckten, sei es gegangen – auch weil die Familie viel selbst gemacht hat. „Ich würde sagen, die Eigenleistung lag bei 50 Prozent“, sagt Werner Brandlhuber.

Inzwischen lebt das Paar alleine in dem alten Haus. „Die Kinder sind seit zehn Jahren alle raus“, sagt Regina Brandlhuber. Ihr Mann ergänzt: „Das Haus wird uns trotzdem nicht zu groß.“ Langweilig wird es auch nicht, gibt es doch immer noch Arbeiten zu erledigen. „Wir wollen noch die Speise und den Gang renovieren“, erzählen die beiden. Ein weiterer Baustein ihres Traums vom alten Haus, der sich zum größten Teil schon erfüllt hat. Sie fühlen sich in dem alten Hof zuhause. „Wir sind daheim alt geworden“, sagt Regina Brandlhuber und lächelt entspannt.

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