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Tempo 30 gilt bereits vor der Schule (links), nun wollen Jesenwanger Bürger zudem erreichen, dass die Römerstraße für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt wird. 

Sie transportieren hauptsächlich Kies

Bürger fordern: Laster raus aus Jesenwang

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Der Verkehr von Lastern der umliegenden Kiesunternehmen sorgt wieder für Ärger in Jesenwang. 32 Bürger fordern nun, dass die Römerstraße für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt wird. Die Straße führt an der Schule vorbei.

JesenwangEs ist beileibe nicht das erste Mal, dass Beschwerden über die Kies-Laster laut werden. „Wir haben uns in der Vergangenheit mehr als einmal pro Jahr mit dem Thema beschäftigt“, sagte Hans Wimmer (Einigkeit) im Gemeinderat. Das Gremium beriet aber nicht abschließend über den Antrag samt Unterschriftenliste der Bürger. Einig ist man sich zumindest darin, dass man das Bestmögliche tun muss, um die Kinder auf dem Schulweg zu schützen.

Die Anwohner seien durch die stark befahrene Straße in ihrer Lebensqualität vor allem durch den Lärm und die Abgase sehr belastet, heißt es in dem Schreiben der Bürger. Durch den Schwerlastverkehr komme es auch immer wieder zu Behinderungen des Verkehrsflusses. Und nicht zuletzt führe die Straße an der Grundschule vorbei, die von rund 185 Kindern besucht werde. Durch eine Sperrung für Schwerlastverkehr versprechen sich die Antragsteller eine Entlastung und Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Einfach die Lkw-Durchfahrt zu verbieten, ist nach Wimmers Ansicht aber nicht die geeignete Lösung. „Alternativ würden die Lkw über die Staatsstraße fahren und dort sogar mehr Menschen belasten als auf der jetzigen Strecke“, sagte er. Er will deshalb vor einer Entscheidung Fachleute befragen. Nur wenn diese tatsächlich eine Gefahrenlage für die Schulkinder sehen, könne er sich eine Sperrung vorstellen.

Alexander Meßner erklärte für die Antragsteller, dass man nicht das Floriansprinzip verfolge: „Wir wollen nicht, dass der Verkehr auf die Staatsstraße verlagert wird, sondern dass er komplett außerhalb des Ortes abgewickelt wird.“ Dazu müssten Feldwege ausgebaut werden.

Das sieht Wimmer jedoch als schwierig an. Zum einen stelle sich die Frage des Grundeigentums, zum anderen sei ein Ausbau für Schwerlastverkehr sehr teuer. Das bestätigte Bürgermeister Erwin Fraunhofer (CSU): „Wir können nicht einfach eine Straße für den Begegnungsverkehr von zwei Lastern mitten in die Prärie bauen.“ Der Rathauschef verwies jedoch auf den am 30. März beginnenden Ausbau der Staatsstraße. Während der Bauzeit bis voraussichtlich Oktober sei der Antrag der Bürger faktisch umgesetzt, da dann die Römerstraße in der Tat für Lkw gesperrt ist. „Dadurch haben wir ein paar Monate für weitere Überlegungen gewonnen“, sagte Fraunhofer.

Otto Wörle (Einigkeit) will diese Zeit außerdem für Beobachtungen nutzen, wie sich die Verkehrsströme entwickeln. Denn in dieser Zeit müssen die Kieswerke wegen der Baustelle und der Sperrung ihren Verkehr zwangsläufig außerhalb der Ortschaft abwickeln.

Andreas Meßner – ebenfalls einer der Antragsteller – würde sich wünschen, dass die Gemeinde Geld für ein Verkehrskonzept in die Hand nimmt. Eine mögliche Lösung schlug Fraunhofer vor: Wenn die geplante, moderate Erweiterung des Gewerbegebiets am Oasogrund kommt, könnte eine neue Querstraße zwischen Mammendorfer Straße und St. Willibald gebaut werden. „Das passiert zwar nicht 2020, ist aber mittelfristig eine Option“, sagte der Rathauschef.

Auf jeden Fall sollen nun Experten befragt werden, inwieweit eine Gefährdung der Schulkinder durch die Lkw vorliegt. „Wir kümmern uns darum und nehmen die Sache ernst“, sagte Christian Fleischer (CSU).

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