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Der Flugplatz bei Jesenwang: Die künftige Nutzung der Reifentestbahn (vorne) muss geklärt werden. 

Jesenwang

Reifen eines E-Autos zu laut: Ärger um Sondernutzung am Flugplatz

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Eine bislang nicht genehmigte Sondernutzung am Flugplatz Jesenwang sorgt für Ärger bei den Anwohnern. Die Mitglieder des Gemeinderats versuchten sich an einem Kompromiss. Das letzte Wort hat aber das Landratsamt.

Jesenwang – Die Vorgeschichte zur jüngsten Debatte im Ratsgremium reicht bis 1973 zurück. Damals wurde auf dem Flugplatz neben dem üblichen Flugbetrieb eine Reifentestbahn für Fahrzeuge genehmigt. Weil die quietschenden Reifen aber immer wieder für Ärger gesorgt haben, sahen sich die Betreiber Max und Dietmar Walch nach anderen Nutzungsmöglichkeiten um.

Unter anderem finden seit fast 25 Jahren Fahrsicherheitstrainings für Auto- und Motorradfahrer sowie Ausbildungen zum Staplerführerschein dort statt. TÜV-Sachverständige kommen zur Aus- und Fortbildung zum Flugplatz, Kinder drehen ihre Runden mit Karts. Auch entwickeln und testen Studenten aus München dort Elektrofahrzeuge – viele Jahre, ohne dass es lärmtechnisch mit den Nachbarn Probleme gegeben hätte.

Doch nun verursachte ein E-Auto bei einer Testfahrt doch wieder zu viel Reifenquietschen. Beim Landratsamt ging eine Beschwerde ein. „Es wurde damals versäumt, die Nutzungsänderung zu beantragen“, gibt Max Walch unumwunden zu. Jetzt fordert die Behörde eine nachträgliche Nutzungsänderung für die Sondernutzung auf dem Flugplatz.

Antrag sorgt für Bauchschmerzen

Bei den Mitgliedern des Gemeinderats sorgte der Antrag für jede Menge Bauchschmerzen. Zunächst sollten die Sondernutzungen an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr, genehmigt werden. Später reduzierten die Flugplatzbetreiber die Nutzungszeiten auf täglich von 7 bis 20 Uhr und nahmen unter anderem die zunächst beantragten Testfahrten von Rennfahrzeugen wieder zurück. Doch auch das war den Gemeindepolitikern nicht genug. In einem Vorgespräch stimmten Max und Dietmar Walch weiteren Reduzierungen zu.

Im Ratsgremium wurden aber trotzdem Bedenken laut. Vor allem die beantragten Kart-Trainings wurden von Rainer Schmid, Christian Fleischer (beide CSU/BG) und Corinna Winkler (Einigkeit) kritisch gesehen. Winkler wollte hier weitere Beschränkungen: „Man könnte sie auf einmal wöchentlich begrenzen.“

Die ebenfalls anwesenden Anwohner betonten, dass sie die Sondernutzung nicht komplett unterbinden wollen. Es gehe vielmehr darum, die Lärmspitzen zu reduzieren. Das ehemalige Ratsmitglied Josef Bichl aus Pfaffenhofen ist zudem mit dem vorliegenden Lärmgutachten nicht einverstanden, weil darin nur die Emissionen der Sondernutzung, aber nicht die des Flugplatzes berücksichtigt sind. „Der Lärm summiert sich auf“, sagte Bichl.

Wie geht es weiter?

Der Gemeinderat forderte vom Landratsamt, dass die Immissionswerte nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz nicht überschritten werden dürfen. Unabhängig davon wollen die Ratsmitglieder auch die Nutzungszeiten am Samstag auf 7 bis 18 Uhr und am Sonntag auf 9 bis 18 Uhr verkürzt haben.

Was den Ortspolitikern Kopfschmerzen bereitet, ist eine mögliche künftige Entwicklung. Dietmar Walch betonte zwar, dass die Sondernutzungen derzeit nur zu 50 Prozent ausgelastet seien. „Was wir aber genehmigen, ist dann Status quo“, sagte Bürgermeister Erwin Fraunhofer (CSU/BG). Die Zeiten könnten dann zu einem späteren Zeitpunkt voll ausgeschöpft werden.

Im Prinzip seien Gemeinde und Betreiber nur noch bei Kleinigkeiten nicht beisammen, sagt Max Walch. Zum Streitpunkt könnten die Kart-Trainings für Kinder werden, die der Gemeinderat nur viermal im Jahr und nicht an Sonn- und Feiertagen zulassen will. Max Walch: „Die sind für uns wirtschaftlich kaum relevant, aber wir wollen sie trotzdem nicht so stark begrenzen, weil das auch ein Stück Jugendarbeit ist.“ Der Antrag muss nun vom Landratsamt geprüft werden, das die Genehmigungsbehörde ist.

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