+
Die Bagger rollen: Die Dorferneuerung nimmt unter Erwin Fraunhofer so richtig Fahrt auf.

Serie: Die neuen Bürgermeister im westlichen Landkreis – Halbzeit im Amt

Erwin Fraunhofer: „Jesenwang in zehn Jahren? Moderner!“

  • schließen

Erwin Fraunhofer feiert am 23. Juni einen runden Geburtstag. Er wird 50 Jahre alt. Das könnte ein Grund sein zurückzublicken. Ein zweiter Grund ist aber, dass er seit drei Jahren für die CSU/BG Rathauschef von Jesenwang ist

Jesenwang – Es ist also Halbzeit im Amt. Tagblatt-Mitarbeiter Andreas Daschner hat ihn gefragt, wie ihm der Posten gefällt und wie es mit dem Ort weiter geht.

Seit Sie als Bauamtsleiter von Grafrath Bürgermeister von Jesenwang sind, wird dort kräftig gebaut. Steckt da System dahinter, Herr Fraunhofer?

Erwin Fraunhofer: (lacht) Nein. Viele Maßnahmen wie die Dorferneuerung, die Kinderkrippe und einige Straßenbaumaßnahmen wurden schon in meiner Gemeinderatszeit diskutiert. Es passt zwar zu meinem Beruf, dass viel gebaut wird. Aber es war schon vorher klar, dass viele Projekte anstanden.

Was waren bislang die schönsten Momente als Bürgermeister?

Erwin Fraunhofer: Einer der schönsten Momente war der Stopp der BR-Radltour in Jesenwang. Da sind wir schon ein bisschen Risiko eingegangen und haben von den Vereinen viel abverlangt. Ich habe zwar befürwortet, dass wir das durchziehen, aber danach braucht man auch den Rückhalt. Das Schöne war, dass dieser Rückhalt dann im ganzen Ort auch da war und dass an dem Tag alles super geklappt hat.

Gab’s auch Momente, die nicht so schön waren?

Erwin Fraunhofer: Ein bissl gewurmt hat mich, dass mit dem Ausbau der Grafrather Straße eine eineinhalb Jahre lang vorbereitete Maßnahme wegen des Ausschreibungsergebnisses heuer nicht umgesetzt werden kann. Aber es war die richtige Entscheidung, dass wir das verschoben haben. Jetzt hoffe ich, dass wir den Ausbau nächstes Jahr umsetzen können.

Hand aufs Herz, haben Sie in den ersten drei Jahren schon einen Fehler gemacht?

Erwin Fraunhofer: Man macht natürlich nicht immer alles richtig, und man lernt auch aus seinen Fehlern. Wichtig sind oft auch kleine Entscheidungen, die eventuell eine große Auswirkung haben können. Rückblickend hätte ich zum Beispiel der einen oder anderen Befreiung bei Bauanträgen besser nicht zugestimmt, weil das einen Präzedenzfall nach sich ziehen könnte.

Hat sich Ihre Sicht auf Jesenwang verändert, seit Sie Bürgermeister sind?

Erwin Fraunhofer: Wenn ich spazieren gehe, dann denke ich mir oft: Mensch, das ist noch nicht erledigt, und dort ist der Gehweg in einem schlechten Zustand. Man geht doch mit etwas anderen Augen durch den Ort. Ich fühle mich aber deswegen nicht anders, nur weil ich jetzt Bürgermeister bin. Ich bin hoffentlich der Erwin von früher geblieben. Ich hoffe, dass die Jesenwanger mich auch so sehen. Und wenn nicht, dann hoffe ich, dass die Leute mir das sagen.

Sie sind verheiratet und haben drei Kinder. Hat sich das Familienleben durch Ihr Amt verändert?

Erwin Fraunhofer: Hut ab vor meiner Frau und den Kindern, wie sie damit umgehen. Das ist doch eine Belastung – sei es durch die vielen Termine oder Abendveranstaltungen, oder weil man mit dem Kopf oft bei anderen Sachen ist. Mit den Kindern wäre es schwieriger, wenn sie noch klein wären. Mein Großer ist aber schon 18 und meine Zwillings-Mädels sind 15. Sie brauchen natürlich trotzdem einen Papa.

Was wollen Sie in den nächsten drei Jahren auf jeden Fall noch schaffen?

Erwin Fraunhofer: Ich möchte, dass das Kinderhaus komplett fertig wird und in Betrieb geht. Das ist ein ganz wichtiger Schritt für Jesenwang. Vielleicht ist es möglich, dass wir nach dem Vorplatz des Gemeinschaftshauses noch ein weiteres Dorferneuerungsprojekt angehen und umsetzen können. Ein weiteres Ziel ist die Schaffung von Bauland für Einheimische. Das ist aber mit langwierigen Verhandlungen verbunden.

Und wenn das in den nächsten drei Jahren nicht klappt? Kandidieren Sie 2020 noch einmal?

Erwin Fraunhofer: Ich möchte die Dinge, die ich auf den Weg gebracht habe, auch gerne noch selbst umsetzen. Das kann man alles bis 2020 sowieso nicht ganz schaffen. So wie es jetzt aussieht, möchte ich schon noch einmal kandidieren.

Wie sieht Jesenwang in zehn Jahren aus?

Erwin Fraunhofer: Ich denke moderner. Ich hoffe, dass wir im Hinblick auf die veränderte Familienstruktur auf dem neuesten Stand sind. Dabei denke ich an die Betreuungsangebote. Wir wollen Bauland für Einheimische schaffen. Das bedeutet: mehr Bevölkerung. Dann müssen wir aber den Bedarf an Betreuung decken. Ich hoffe aber auch, dass wir die dörfliche Struktur mit den guten Vereinen und der ehrenamtlichen Hilfsbereitschaft erhalten können.

Welche drei Orte in Jesenwang sollte jeder gesehen haben?

Erwin Fraunhofer: In Jesenwang ist das Wichtigste natürlich St. Willibald und die Tradition des Willibaldritts. Bergkirchen ist auch ein Ort, wo man einmal gestanden und den Blick über Jesenwang, den Flugplatz und auch Willibald gesehen haben muss. Wo man auch eine schöne Sicht auf den Ort hat, das ist auf der Anhöhe „Am Brand“ zwischen Jesenwang und Moorenweis.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ein leuchtendes Meer aus Luzienhäuserln
Lebendiges Brauchtum: Am Mittwochabend haben Brucker Kinder ihre Luzienhäuser auf der Amper schwimmen lassen.
Ein leuchtendes Meer aus Luzienhäuserln
Jori aus Fürstenfeldbruck
Janine Zuflücht und Hendrik Mehlhorn aus Fürstenfeldbruck freuen sich über ihr viertes Kind. Wieder wurde es ein Junge: Jori kam mit einem Geburtsgewicht von 3700 Gramm …
Jori aus Fürstenfeldbruck
Gemeindekasse ist gut gefüllt
Um die Finanzen der Gemeinde Kottgeisering ist es gut bestellt. Kämmerin Kerstin Heldeisen berichtete in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates von einer „erfreulichen …
Gemeindekasse ist gut gefüllt
Jahnstraße: Parken bleibt verboten
Das Halteverbot in der Althegnenberger Jahnstraße bleibt bestehen – so lange es dort einen Gehweg gibt. Die von Anwohnern geforderte Tempo-30-Zone lässt dagegen auf sich …
Jahnstraße: Parken bleibt verboten

Kommentare