Die neue Fahne der Jesenwanger Burschen: Pfarrer Wolfgang Huber weihte das Prachtstück. Die Fahne musste lange im Schrank ausharren, da die Feier im vergangenen Jahr coronabedingt nicht stattfinden konnte. 	Fotos: weber
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Die neue Fahne der Jesenwanger Burschen: Pfarrer Wolfgang Huber weihte das Prachtstück. Die Fahne musste lange im Schrank ausharren, da die Feier im vergangenen Jahr coronabedingt nicht stattfinden konnte.

Mit einem Jahr Verspätung

Fahnenweihe bei den Burschen in Jesenwang

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Mit einem Jahr Verspätung und in kleinerem Rahmen als geplant konnten die Jesenwanger Burschen nun das 25-jährige Bestehen feiern – und dabei auch ihre neue Fahne weihen lassen. Bislang lag das gute Stück coronabedingt ungenutzt im Schrank.

Jesenwang – Die Feier unter den gegebenen Umständen machte es den Rednern nicht so ganz einfach. Das zeigte sich bei der stellvertretenden Landrätin Martina Drechsler. „Seit 25 Jahren...“, setzte sie an und fuhr nach einer kurzen Pause fort: „...eigentlich ja schon seit 26 Jahren gehört der Burschenverein zum Leben der Gemeinde.“ Als Gründungsdatum ist nämlich der 1. April 1995 in der Chronik verewigt.

Eigentlich wäre Markus Söder da gewesen

Und eigentlich war 2020 auch die große Feier zum 25-Jährigen geplant – über vier Tage im Bierzelt mit 1000 Gästen, einem Kabarettabend mit Chris Böttcher und einem politischen Abend, bei dem Ministerpräsident Markus Söder zu den Festgästen sprechen sollte. Doch dann kam aus bekannten Gründen alles ganz anders.

„Uns wurde schon vorher gesagt, dass da in China ein komisches Virus ist und unser Fest vielleicht nicht wie geplant stattfinden kann“, erinnert sich der heutige Vorsitzende des Burschenvereins, Markus Fraunhofer. Damals sei man aber noch optimistisch gewesen – was sich letztlich als Fehleinschätzung herausstellte. „Nach mehreren Verschiebungen sind wir umso glücklicher, dass wir die Fahnenweihe jetzt vornehmen können.“

Ein Hoch auf die Burschenvereine

Der Rahmen ist freilich pandemiebedingt noch immer ein anderer als ursprünglich geplant. Einer statt vier Tage, ein Zelt mit rund 350 statt 1000 Besuchern, Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber statt Ministerpräsident Söder: Alles fiel ein wenig kleiner aus. „Aber ein kleiner Rahmen kann oft auch gemütlicher sein“, sagte Bürgermeister Erwin Fraunhofer. Oder wie es sein Sohn und Burschenchef Markus ausdrückte: „Das passt jetzt schon so.“

Die Gästeliste bei der ersten größeren Feierlichkeit in Jesenwang seit dem Pandemieausbruch war illuster. Neben Kaniber war die CSU-Bundestagsabgeordnete Katrin Staffler dabei – ebenso wie ihr Abgeordnetenkollege aus dem bayerischen Landtag, Benjamin Miskowitsch.

Dem kam eine besondere Rolle zu: Er hatte nicht nur die Kontakte zu Kaniber geknüpft, sondern gehört auch dem Mammendorfer Burschenverein an – seit 2019 Patenverein der Jesenwanger. Kein Wunder, dass Miskowitsch den lautesten Applaus bekam – und noch mehr als Erwin Fraunhofer verkündete, dass der CSU-Politiker erneut Vater geworden ist.

Außerdem hatte er Kaniber den ausdrücklichen Wunsch mit auf den Weg gegeben, im Wahljahr keine politische Rede zu halten. Das hielt die Landwirtschaftsministerin aber auch gar nicht für nötig. „Denn die Burschenvereine setzen selbst schon ein politisches Statement“, sagte sie. Sie wüssten nämlich, was sie zu verteidigen hätten: die bayerischen Werte von Treue, Zusammenhalt, Einigkeit, Tradition und Kultur. „Ein Hoch auf die Burschenvereine“, so Kaniber unter dem Beifall der Festgäste.

Viel spontanen Applaus und den einen oder anderen Lacher hatte Pfarrer Wolfgang Huber schon zuvor geerntet. Und zwar für seine launige Predigt beim Festgottesdienst. In dessen Rahmen wurde die neue Fahne der Burschen schließlich geweiht und die Fahnenbänder der Vereine angebracht.

Jubiläum als perfekter Zeitpunkt

Die Idee zur neuen Fahne sei bereits 2018 bei der Jahreshauptversammlung im Frühjahr entstanden“, berichtete Markus Fraunhofer. Das 25-jährige Bestehen bot sich dabei freilich als perfekter Zeitpunkt für die Weihe des neuen Stücks an. Doch statt Weihwasser bekam die Fahne nach ihrer Fertigstellung zunächst einmal ein wenig Staub ab, weil sie ungenutzt im Schrank verschwand.

Geschadet hat ihr das aber nicht. Das zeigte sich beim verspäteten Fest, als Fahnenträger Tobias Heiß das Prachtstück beim Umzug durch den Ort trug.

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