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Glücklich über die gemeinsame Ausstellung: (v.l.) Christa Geiger, Ute Richter, Manuel Lichtwanderer, Jennifer Petz, Hermine Heinrich, Pilsook Jang, Tine Ostheimer und Elke Heinrich, die eine Lesung beitrug. 

Ausstellung in der Galerie Heinrich

In Jesenwang dreht sich alles um die Liebe

Jesenwang – Sieben Künstler widmen sich dem ewigen Thema. Ihre wunderbaren Werke können erworben werden. 

Im Herzen von Jesenwang dreht sich dieser Tage alles um die Liebe. In Bildern, Skulpturen und Texten wird das ewige Thema aus allen möglichen Blickwinkeln betrachtet, und zwar in der Galerie von Hermine Heinrich. Unter dem Titel „Liebe Liebe“ stellt sie bis Mitte August eigene Werke sowie Bilder und Skulpturen von sechs befreundeten Künstlern aus.

Den Anstoß für die Ausstellung gab ein Brief, den Hermine Heinrichs Großvater aus russischer Kriegsgefangenschaft an seine Frau und seine Töchter schrieb – ein Brief voller Sehnsucht und Heimweh. Das eng beschriebene, dünne Blatt Papier hängt gerahmt über einer alten Truhe, darauf das Nachthemd von Hermine Heinrichs Großmutter, die nach der Heimkehr ihres Mannes 1949 nur noch ein einziges gemeinsames Jahr mit ihm hatte, bevor sie 37-jährig verstarb.

Traurige Geschichten wie diese sind aber nur eine Facette der Ausstellung. Liebesglück spricht aus den Darstellungen junger und alter Paare, ob das Teenies sind wie in Tine Ostheimers Comic-Bild „Kiss me Kiss me Kiss me“ oder ein ergrautes Ehepaar, das Christa Geiger den „Letzten Walzer“ tanzen lässt.

Zwei weibliche Akte sind der Beitrag von Manuel Lichtwanderer, dem Leiter des Germeringer Künstlerkreises und einzigen männlichen Vertreter der Ausstellung. Ein Speckstein, der zu Boden fiel und in zwei Teile zerbrach, inspirierte Ute Richter dazu, den beiden Hälften männliche und weibliche Formen zu geben. Schiebt man die Teile zusammen, ergibt sich ein harmonisches Ganzes.

Auch die Figuren der Grafikdesignerin Jennifer Petz, die sich tänzerisch hin- und herzuwiegen scheinen, wirken so, als gehörten sie ohne Wenn und Aber zusammen. Mehr erahnen als sehen kann man die Liebenden in den luftig-zarten Bildern von Pilsook Jang.

Eigentlich, so erzählt Hermine Heinrich, habe sie nie vorgehabt, eine Ausstellung dieser Größe aufzuziehen. „Aber wenn, dann zum Thema Liebe“, war der hauptberuflichen Hebamme klar.

Dass sie damit goldrichtig liegt, bewies der Andrang bei der Vernissage, zu der rund 60 Gäste in die kleine Galerie an der Landsberger Straße kamen. Als besonderes Bonbon gab’s zur Kunst noch eine höchst hörenswerte Lesung der Schauspielerin Elke Heinrich, der Schwester der Organisatorin. Die 37-Jährige näherte sich dem Thema Liebe von allen Seiten – wissenschaftlich, philosophisch, biblisch, dichterisch, sachlich. Sie ließ in Christine Brückners Monolog Hitler-Gefährtin Eva Braun lebendig werden und goss den „Zorn der Puffmutter“ aus Max Frischs „Don Juan“ vor den Zuhörern aus. Ein vor lauter Verliebtheit ganz wirrer Franz Kafka sorgte für Schmunzeln – und für die Erkenntnis, dass auch große Geister ins Wanken geraten, wenn die Liebe zuschlägt.

Öffnungszeiten

Noch zweimal kann man in den nächsten Wochen die Lesung hören (4. und 13. August, jeweils 20 Uhr). Die Ausstellung hat außerdem an folgenden Terminen geöffnet: 1., 3., 8. und 10. August (11 bis 13 und 15 bis 17 Uhr), 4., 6., 11. und 13. August (16 bis 20 Uhr), 7. August (11 bis 13 Uhr).

von Ulrike Osman

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