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Die Zuhörer mussten Abstand halten.

Jesenwang

Großer Andrang bei Windkraft-Info vorm Feuerwehrhaus - und eine Überraschung

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Auf Jesenwanger Flur befindet sich zwar die einzige Fläche, auf der nach der 10H-Regelung ein Windrad gebaut werden kann. Trotzdem könnten im Landkreis weitere Anlagen entstehen. Das wurde bei einer Infoveranstaltung zum geplanten Jesenwanger Windrad bekannt.

JesenwangGenau 100 Menschen fanden sich am Dienstag zur Veranstaltung der Freisinger Bürger-Energie-Genossenschaft (BEG) auf dem Vorplatz des Feuerwehrhauses in Jesenwang ein. Sie wollten sich über die geplante Anlage im Wald südlich des Ortes informieren. Mehr Zuhörer waren aufgrund der zu diesem Zeitpunkt noch gültigen Corona-Beschränkungen nicht möglich. Die Info, dass ab Mittwoch sogar 200 Personen möglich gewesen wären, kam zu spät für eine Verlegung. Letztlich fand sich aber noch der eine oder andere Zuhörer ein, der sich außerhalb der Absperrung aufhielt. Etwaige Windkraftgegner machten sich dabei nicht besonders bemerkbar.

Windrad Jesenwang nicht das einzige in Planung

es informierten unter anderen (v.l.) Werner Hillebrand-Hansen und Andreas Henze (beide BEG) und Bürgermeister Erwin Fraunhofer

Am Ende waren es wohl rund 120 Menschen, die eine erstaunliche Aussage von Ziel-21-Chef Gottfried Obermair hörten: „Es wird nicht das letzte Windrad im Landkreis sein, über das wir diskutieren.“ Zwar sei die Fläche bei Jesenwang die einzige, die die 10H-Vorgabe der Regierung erfüllt: Nach der Regelung muss der Abstand zwischen einem Windrad und einer Wohnsiedlung das Zehnfache der Anlagenhöhe betragen. Bei einem 200 Meter hohen Windrad sind das also zwei Kilometer.

Doch die 10H-Regel könne durch eine Bauleitplanung – also einen Flächennutzungsplan für die Windkraft – ausgehebelt werden. Obermair und sein Ziel 21-Kollege Werner Zauser deuteten an, dass es bereits Gespräche für ein Windrad im Landkreis gebe, das durch eine solche Bauleitplanung ermöglicht werden könnte. Wo das genau ist, dazu schwiegen sie.

Unabhängig davon machten die Ziel-21-Vertreter deutlich, dass die Windkraft nötig ist, wenn die Energiewende gelingen soll. Ob dazu auch das angedachte Jesenwanger Rad beitragen kann, wird sich wohl erst in den nächsten Jahren zeigen.

Windrad Jesenwang: Früher Projektstand

Andreas Henze von der BEG erklärte, man sei mit dem Antrag auf Vorbescheid noch in einem sehr frühen Projektstand. Erst wenn diverse Prüfungen, Gutachten sowie die wohl ein Jahr lang dauernde spezielle artenrechtliche Prüfung durchgeführt worden seien, könne das eigentliche Genehmigungsverfahren beginnen. Auch die Luftfahrtbehörde wird wegen der Nähe unter anderem des Jesenwanger Flugplatzes befragt werden.

Dass für den Bau des Windrades die Platzrunde des Sonderlandeplatzes näher an den Ort verlegt werden könnte, befürchtete einer der Teilnehmer. „Dann bekommen wir noch mehr Fluglärm“, sagte der Jesenwanger.

Doch das glaubt Henze nicht: „Einer Verlegung wird das Luftamt nicht zustimmen.“ Er gehe davon aus, dass die Anlage mit rund 750 Metern weit genug von der Platzrunde entfernt sei.

Kein fadenscheiniges Nein zum Windrad Jesenwang

Bürgermeister Erwin Fraunhofer erläuterte noch einmal die Gründe für die Zustimmung des Gemeinderats zum Vorbescheid, für die das Gremium von Windkraftgegnern teils hart kritisiert worden war. Demnach hätte die Kommune nur aus planungsrechtlichen Gründen Einwände vorbringen können. „Ein fadenscheiniges Nein, das vielleicht ohnehin vom Landratsamt ersetzt würde, kam für die Mitglieder des Gemeinderats nicht infrage“, so Fraunhofer. Einzige Möglichkeit der Kommune, direkt Einfluss auf den Bau des Windrads zu nehmen, sei eine Veränderungssperre. Dann müsse die Gemeinde aber in einem Flächennutzungsplan substanzielle Flächen für die Windkraft ausweisen, die unter Umständen näher seien. Andernfalls läge eine sogenannte Verhinderungsplanung vor, die rechtlich nicht zulässig sei.

Windrad Mammendorf „Beste Investition“

Windkraftgegner führten zuletzt ins Feld, dass Windräder in Bayern nicht wirtschaftlich betrieben werden könnten. Dem widersprach Andreas Henze von der BEG: „Die Technik für einen wirtschaftlichen Betrieb haben wir. Die Windräder müssen nur etwas höher gebaut werden als an der Küste.“ Raimund Kamm von der Landesvertretung Erneuerbare Energien berichtete, dass er selbst an einem Windrad beteiligt sei, das jedes Jahr ordentlich Rendite abwerfe. Ins gleiche Horn stieß Werner Zauser von Ziel 21, der auch im Mammendorfer Gemeinderat sitzt. Die Kommune ist am dortigen Windrad beteiligt. Die Anlage bringe im Durchschnitt sechs Megawattstunden im Jahr und damit deutlich mehr als den geplanten Wert von 5,4 Kilowattstunden. Zauser: „Das war das beste Investment, das wir als Gemeinde bislang getätigt haben.“

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