Das Rathaus in Jesenwang.
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Das Rathaus in Jesenwang.

Jesenwang

Preisschock bei Sanierung: Weniger Sozialwohnungen im Rathaus

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Preisschock in Jesenwang: Die Rathaussanierung würde in der geplanten Form 50 Prozent mehr kosten als gedacht. Der Gemeinderat verzichtet deshalb auf zwei Sozialwohnungen im Dachgeschoss.

Jesenwang – Einen saftigen Schreck hat Bürgermeister Erwin Fraunhofer (CSU/BG) bekommen, als Planerin Eva Magotsch ihm jüngst die Kosten für die Sanierung des Rathauses vorgelegt hat: Mehr als 2,2 Millionen Euro standen unter dem Strich als Summe. Dafür sollte der Rathausbereich saniert werden und einen barrierefreien Zugang bekommen. Im Ober- und im Dachgeschoss sollten fünf bezahlbare Wohnungen entstehen.

„Ich war regelrecht in Schockstarre“, berichtete Fraunhofer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Mit Kosten von 1,3 bis 1,4 Millionen Euro habe er gerechnet. Die nun aufgerufene Summe stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen. Deshalb habe er zusammen mit Magotsch über Einsparpotenziale nachgedacht.

Dabei drängte sich am Ende nur eine Lösung auf: Die Gemeinde verzichtet auf den Ausbau des Dachgeschosses, in dem zwei neue Wohnungen vorgesehen waren. Dadurch können die Kosten auf knapp 1,5 Millionen Euro gesenkt werden – nur knapp über dem ursprünglich angestrebten Betrag.

Altbau-Sanierung ist immer teuer

Dass eine Sanierung eines Altbaus – das Haus ist aus dem Jahr 1906 – teurer als ein Neubau kommt, ist Fraunhofer klar. Immerhin müssen Heizung, Lüftung und Sanitärbereich erneuert werden. Das Dachgeschoss sei auch wegen Statik und Brandschutz aber unverhältnismäßig teuer. „Die Kosten holen wir mit der Miete nicht einmal in 30 Jahren wieder rein“, sagte der Rathauschef. Magotsch ergänzte: „Das wären keine Sozial-, sondern Luxuswohnungen.“

Das sah auch Johann Schlemmer (CSU/BG) so, der dennoch zu bedenken gab: „Wenn wir das Dachgeschoss jetzt nicht ausbauen, dann sind die Wohnungen endgültig gestorben.“ Das bestätigte Magotsch, da bei einem Nicht-Ausbau die Decke zwischen Ober- und Dachgeschoss belassen würde, diese aber eine Wohnung nicht trage. Ein späterer Ausbau bei bewohntem Obergeschoss scheidet auch ihrer Ansicht nach aus.

Fraunhofer erklärte, dass der Raum aber nicht verschenkt sei. Vielmehr könne er weiterhin so genutzt werden, wie es bislang schon der Fall ist: als Lager. Unter anderem haben die Vereine einen Fahnenschrank dort stehen. „Und auch als Archivräume könnte man die Fläche nutzen“, sagte Fraunhofer.

Diese Lösung begrüßte Vize-Bürgermeister Alfons Schlecht (Einigkeit): „Dort oben ist es trocken und staubfrei.“ Ein solcher Lagerplatz sei für die Gemeinde auch wichtig, schloss er sein Plädoyer dafür, das Dachgeschoss einfach so zu belassen, wie es ist.

Der staatliche Zuschuss ist vom kleineren Ausbau aber nicht betroffen, wie Fraunhofer berichtete. Der berechnet sich nämlich auf Basis des Grundstückswerts. Und der bleibt mit oder ohne Dachgeschossausbau gleich.

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