Wohin mit dem Schwerlastverkehr?
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Wohin mit dem Schwerlastverkehr?

Gemeinderat behandelt zwei Anträge für die Bürgerversammlung

Jesenwang sagt Ja zur Verkehrsanalyse

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Eine Verkehrsanalyse soll aufzeigen, inwieweit der Schwerlastverkehr um Jesenwang herumgeleitet werden kann. Das beschloss der Gemeinderat nach einer Debatte um einen Antrag, der eigentlich in der wegen der Pandemie abgesagten Bürgerversammlung behandelt werden sollte.

Jesenwang – Ein zweiter Antrag zur Entwicklung eines Gewerbegebiets bei der Bauschuttdeponie scheiterte am Einspruch des Landkreises.

Der Schwerlastverkehr insbesondere im Bereich der Schule ist schon länger ein Thema im Ort. Eine Umleitung während des Ausbaus der Staatsstraße hat nach Ansicht von Antragsteller Alexander Meßner gezeigt, dass die Verkehrsströme auch anders fließen können. Bürgermeister Erwin Fraunhofer (CSU/BG) sieht das eher skeptisch. „Die Antragsteller wollen keine Verlagerung des Verkehrs in andere Bereiche des Ortes, aber die wird es zwangsläufig geben“, sagte er bei der Ratssitzung. Dennoch wollte er sich einer Verkehrsanalyse nicht verschließen.

Christian Fleischer (CSU/BG) hält ein Gutachten auch im Hinblick auf eine etwaige künftige Umgehung Jesenwangs für interessant. „Wir sollten das anstoßen, damit wir wissen, was Sache ist.“ Er macht das weitere Vorgehen aber ebenso von den Kosten für eine Analyse abhängig wie Brigitte Walch (Einigkeit): „Wenn es finanziell vertretbar ist, sollten wir eine Analyse erstellen lassen.“

Daraus könnte nach Ansicht von Markus Schellmann (CSU/BG) dann auch das von Meßner eigentlich geforderte Konzept für die Umleitung des Schwerlastverkehrs entstehen: „Eventuell lassen sich die Punkte stufenweise von einer Analyse bis zu ersten möglichen Maßnahmen erarbeiten.“ Der Gemeinderat entschied einstimmig, Angebote für eine Analyse einzuholen.

Nichts zu machen ist jedoch beim zweiten Antrag von Meßner, der im Bereich der Bauschuttdeponie weiteres Gewerbe ansiedeln will. Doch das ist laut Kreisbehörde nicht möglich. „Das Landratsamt hat größte Bedenken wegen des Arten- und Biotopschutzes“, erläuterte Fraunhofer.

Das Areal hat diesbezüglich laut Planungsreferat in der Kreisbehörde sogar eine landesweite Bedeutung, da im südwestlichen Teil ein herausragendes Amphibienbiotop mit der seltenen Wechselkröte und Laubfröschen vorhanden ist. Zudem sei nicht auszuschließen, dass ein Gewerbegebiet auch den Denkmalschutz der nahen Willibaldkirche berühre. Und nicht zuletzt verstoße ein Gewerbegebiet in diesem Bereich gegen das Anbindungsgebot, da es zu weit vom Ort entfernt liegt.

Der Gemeinderat nahm einstimmig Abstand davon, Meßners Antrag weiter zu verfolgen. Der Antragsteller selbst war am Ende mit den Beschlüssen zufrieden – trotz der Ablehnung im zweiten Fall. „Damit sind nun immerhin der Artenschutz und der Denkmalschutz für die Willibaldkirche bestätigt“, sagte er.

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