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Jungsteinzeit: Grandioser Fund in Jesenwang

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Spektakuläre Funde in Jesenwang lassen die Archäologen aufhorchen: Scherben und Beile deuten darauf hin, dass westlich des Ortes eine Siedlung der Chamer Kultur existierte. Der archäologische Arbeitskreis im Historischen Verein Fürstenfeldbruck (HVF) hat die Funde nun der Öffentlichkeit präsentiert.

JesenwangOhne Hilfsmittel wie Sonden oder Ähnliches sind die sogenannten Feldbegeher des HVF unterwegs und suchen bei Spaziergängen nach historischen Spuren. Sie verlassen sich dabei nur auf ihre guten Augen und ihre Erfahrung. Auf diese Weise fanden Roswitha Spoohd, Dorlis und Roman Bischof sowie Chris Schäfer schon so manche frühzeitliche Spur – auch schon in Jesenwang.

Funde aus der Keltenzeit sind in dieser Region keine Seltenheit, wie Fritz Aneder, Museumsleiter des HVF, im Rahmen der Präsentation des Archäologischen Jahrbuchs (siehe Kasten) sagte. „Nicht sehr weit von den Fundorten entfernt gibt es eine Keltenschanze.“ Eine zweite dieser Ansiedlungen werde dort ebenfalls noch vermutet. Auch ein Armreif aus der Zeit des Beginns der römischen Besatzung fand sich dort.

Spoohd entdeckte schließlich schon vor einigen Jahren eine Häufung von Scherben auf einem leichten Bergrücken westlich von Jesenwang. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um Spuren der sogenannten Chamer Kultur handelt. Diese entwickelte sich am Ende der Jungsteinzeit zwischen 3500 und 2700 vor Christus. Das Besondere dabei: In erster Linie war sie im ostbayerischen Raum mit Ausläufern bis in die Steiermark angesiedelt. Warum nun ausgerechnet in Jesenwang Spuren der Menschen aus dieser Kultur auftauchen, darüber kann man nur spekulieren. „Vielleicht haben der Lehmboden und die damit verbundenen günstigen Bedingungen die Menschen angelockt und dort eine Siedlung gründen lassen“, sagt Fritz Aneder.

Die Funde konzentrieren sich auf eine Fläche von wenigen hundert Quadratmetern. Das Sammelsurium an Entdeckungen beschränkt sich dabei nicht mehr nur auf Scherben. Auch Steinbeile, Feuersteinklingen und Pfeilspitzen sind darunter. Weitere Aufschlüsse soll eine geophysikalische Untersuchung gegen Ende Februar bringen – sofern es die Witterung dann zulässt. „Dabei handelt es sich um eine Methode, bei der der Boden nicht aufgegraben werden muss“, sagt Aneder. Ziel sei, Spuren zu finden, die auf die vermutete Siedlung hinweisen.

Die archäologische Gruppe im HVF ist auf derartige Maßnahmen angewiesen, da das Landesamt für Denkmalpflege mit Grabungserlaubnissen sehr zurückhaltend ist. „Man muss sich klar darüber sein, dass ein Bodendenkmal zerstört ist, sobald der Boden geöffnet wird“, sagt C. Sebastian Sommer vom Amt. Die bei einer Grabung gewonnenen Erkenntnisse hingen dabei vom aktuellen Wissensstand ab. „Zu einem späteren Zeitpunkt haben wir vielleicht ganz andere Möglichkeiten.“ Bis dahin seien die Bodendenkmäler gut dort aufgehoben, wo sie sind.

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