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An der Poststrasse

Mindestens 30 neue Bauplätze in Jesenwang

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Jesenwang wird wachsen. Der Gemeinderat hat die Planung für ein großes Baugebiet an der Poststraße angestoßen. In mehreren Abschnitten sollen dort mindestens 30 Parzellen bebaut werden – einige davon im Einheimischenmodell.

JesenwangDass das 2,3 Hektar große Areal ebenfalls zu Bauland werden soll, hatte Bürgermeister Erwin Fraunhofer (CSU) bereits bei der Ausweisung des Einheimischenmodells an den Bachwiesen angekündigt. Nun wurden die ersten Nägel mit Köpfen gemacht. Der Planer stellte ein erstes Konzept vor, das jedoch zu einigen, teils ungewohnt heftigen Diskussionen im Ratsgremium geführt hat.

Vor allem über die Ausbaubreite der Poststraße waren sich Fraunhofer und sein Parteikollege Johannes Winkler uneinig. Während Winkler betonte, dass die Straße möglichst breit für die landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge sein müsse, erklärte der Rathauschef: „Ich baue bestimmt keine zehn Meter breite Straße, damit der Mähdrescher da gemütlich fahren kann.“ Letztlich einigten sich die Räte auf eine neun Meter breite Trasse, auf der auch ein Gehweg entsteht.

Dass die derzeit nur knapp fünf Meter breite Straße verbreitert wird, kommt den Räten auch in Bezug auf die Überplanung der Grundstücke entgegen. Die fielen im Konzept nämlich recht groß aus. Mit Flächen von bis zu 610 Quadratmetern für Einzelhäuser würden die Grundstücke recht teuer, wie Josef Bichl (Einigkeit) zu bedenken gab: „Da kommt man schnell auf 800 000 bis eine Million Euro für Bau und Grundstück.“ Das sei für Bewerber, die die Kriterien eines Einheimischenmodells erfüllen müssen, nicht zu schultern.

Durch die breitere Straße können auch die Grundstücke etwas verkleinert werden. Außerdem sollen Grundstücke, die derzeit für Einzelhäuser angedacht sind, auch mit Doppelhäusern bebaut werden können. „Dann hätten wir wieder die richtigen Größen fürs Einheimischenmodell“, sagte Fraunhofer. Im Entwurf waren bislang nur sechs Doppelhäuser vorgesehen.

Rainer Schmid (CSU/Bürgergemeinschaft) will größere Grundstücke dennoch nicht per se ausschließen. Er glaubt, dass diese auf dem freien Markt Käufer finden könnten.

Das Konzept des Planers sieht auch drei Mehrfamilienhäuser vor. Diese seien laut Fraunhofer im Einheimischenmodell für die Gemeinde nur schwer loszuschlagen.

Hans Wimmer (Einigkeit) begrüßt die Bebauung dennoch: „Das ist sinnvoll, um Wohnraum zu generieren.“ Er sieht sogar Möglichkeiten für die Gemeinde, günstige Mietwohnungen zu realisieren: „Man könnte zum Beispiel über eine Genossenschaft nachdenken.“

Erschlossen werden soll das Baugebiet durch eine 6,5 Meter breite Ringstraße. Diese soll im Süden leicht verschwenkt werden. Einerseits sollen dadurch Raser ausgebremst werden, andererseits entsteht auch eine mögliche Anbindung für eine spätere Erweiterung des Baugebiets nach Süden. Bis es soweit ist, wird die freie Fläche zu einer öffentlichen Grünfläche, die den Anwohnern als Park dienen soll.

Erlauben will der Gemeinderat Häuser mit zwei Vollgeschossen, die in Ortsrandlage dann allerdings ein flaches Dach haben müssen. Alternativ sind auch eingeschossige Gebäude mit steilerem Dach möglich. Dabei sind Satteldächer vorgeschrieben.

Käufer von Grundstücken in Randlage müssen außerdem damit rechnen, Vorgaben für die Gestaltung ihres Gartens zu bekommen: Auf einem Streifen soll ein Pflanzgebot zur Ortsrandeingrünung gelten.

Der Planer hat nun die Aufgabe, sämtliche Anregungen in einem konkreten Planentwurf umzusetzen. Anschließend wird dieser dann erneut im Gremium beraten. Wie viele Grundstücke letztlich in einem Einheimischenmodell angeboten werden, entscheidet sich erst später, wenn sich Gemeinde und der derzeitige Eigentümer des Areals über das entsprechende Umlageverfahren einig sind.

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