Wallfahrtskirche bei Jesenwang

St. Willibald: Votivbild hat Schimmel angesetzt

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Das Votivbild des Heiligen Willibald in der nach ihm benannten Kirche in Jesenwang muss restauriert werden. Der Freundeskreis St. Willibald hat sich der Sache angenommen. Billig wird die Sache aber nicht.

JesenwangDer Heilige Willibald segnet nicht nur beim alljährlichen Traditionsritt die Pferde. Das ganze Jahr über ist der Bischof auf einem Votivbild am Nordportal der Kirche bei dieser Tätigkeit zu sehen.

Doch das Gemälde ist in sehr schlechtem Zustand. Bei einer Besichtigung mit Vertretern des Landesamts für Denkmalpflege und einer Restauratorin wurden Übermalungen unter anderem bei den Engeln in der rechten oberen Ecke des Bildes festgestellt. Außerdem ist das Bild von Schimmel befallen.

„Die Übermalungen können vielleicht wieder rückgängig gemacht werden“, sagt Martin Schmid, Vorsitzender des Freundeskreises. Auf jeden Fall müsse der Schimmel bekämpft werden, um die Qualität des Werks zu sichern.

Der Freundeskreis hat sich die Erlaubnis eingeholt, das Bild zu restaurieren. Zwar ist die Kirche Eigentümer des Votivbildes. Doch als privater Initiator hat der Verein Chancen auf höhere Zuschüsse. Die braucht der Freundeskreis auch. Denn die Arbeiten an dem Gemälde werden wohl teuer: Erste Schätzungen belaufen sich auf Kosten zwischen 17 000 und 20 000 Euro. „Wir kalkulieren mit rund 25 Prozent Fördergeldern“, sagt Schmid. Auch die Pfarrei Jesenwang habe ihre Unterstützung angekündigt.

Voraussetzung für einige der Fördergelder ist ein Zuschuss durch die Gemeinde, den das Ratsgremium nun gewährt hat: fünf Prozent der Kosten, maximal jedoch 1000 Euro. „Wir finden es toll, dass der Verein sich für die Restaurierung einsetzt und die Sache in die Hand nimmt“, sagt Bürgermeister Erwin Fraunhofer (CSU) im Gemeinderat.

Es dürfte das erste Mal seit rund 100 Jahren sein, dass das Werk wieder fit gemacht wird. „Laut Inschrift wurde an dem Bild im Jahr 1864 das letzte Mal etwas gemacht“, sagt Schmid.

Bei der Besichtigung mit der Restauratorin wurde jedoch deutlich, dass auch Anfang des 20. Jahrhunderts noch einmal daran gearbeitet worden sein muss. Eventuell entstanden dabei die Übermalungen.

Das Votivbild wurde wohl im Jahr 1714 von dem Münchner Kunstmaler Speiser geschaffen – also zwei Jahre nach der Tierseuche, die den Willibaldritt begründete. Das bestätigt auch die Datierung, die das Werk zeitlich in das erste Viertel des 17. Jahrhunderts verortet. Es handelt sich um eine Ölmalerei auf Leinwand, die rund 2,4 Meter hoch und knapp 1,3 Meter breit ist. Eingefasst ist das Gemälde in einen aus der Entstehungszeit stammenden, geschnitzten und vergoldeten Zierrahmen, der dem Bild die beeindruckenden Gesamtausmaße von 3,1 Meter Höhe und 1,75 Meter Breite gibt.

Wer 1864 Hand an das Votivbild gelegt hat, geht aus der Inschrift am Fuße des Motivs hervor. Dort, zu Füßen des Heiligen Willibald, steht in einer alten deutschen Schrift: „Renoviert ano 1864. Josef Wörl, Wierth“. Nun tritt der Freundeskreis die Nachfolge dieses Josef Wörl an. Und er kümmert sich natürlich auch um den 297. Willibaldritt am 7. Juli 2019.

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