Lawinenabgänge in den Chiemgauer Alpen - verschüttete Personen vermutet

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Gebäude steht seit 30 Jahren – Anbau wird eingeweiht

Vergangenheit und Zukunft einer Schule

Vor 30 Jahren ist das heutige Jesenwanger Schulhaus eingeweiht worden. Das wird am Freitag groß gefeiert. Doch es ist nicht der einzige Grund für den Festakt. Gleichzeitig erfolgt die nächste Einweihung: die des Anbaus für die Mittagsbetreuung.

JesenwangBürgermeister Erwin Fraunhofer kann sich noch gut an den Anruf des damaligen Schulleiters Peter Krutzenbichler erinnern. „Es war kurz nach meinem Amtsantritt, da hat er gesagt, dass Platznot in der Mittagsbetreuung herrscht. Die Gemeinde reagierte und beschloss, einen Anbau zu errichten.“ (siehe Kasten). Der wird zum Schuljahr 2017/2018 an den Start gehen – was genau mit dem Schuljubiläum zusammenfällt.

Dass das Schulhaus in der Gemeinde Jesenwang steht, ist keine Selbstverständlichkeit. Schließlich sind im Schulverband auch noch die Gemeinden Adelshofen und Landsberied vertreten. Und die hatten vor mehr als drei Jahrzehnten ebenfalls Ansprüche angemeldet, wie Fraunhofer weiß. „Jeder hat um den Standort gekämpft.“ An forderster Front die drei damaligen Rathauschefs Leonhard Dilger (Jesenwang), Benedikt Schwarz (Adelshofen) und Werner Schmalz (Landsberied).

Neben der zentralen Lage Jesenwangs entschied letztlich auch das Geld. Während die beiden Nachbargemeinden je rund 700 000 Mark beisteuern konnten, warf Jesenwang neben dem Grundstück an der Römerstraße auch noch drei Millionen Mark in die Waagschale. Weitere vier Millionen Mark gab es an staatlichen Zuschüssen. In einer Bauzeit von zwei Jahren wurde das Gebäude errichtet.

Das war aber freilich bei weitem nicht der Anfang der Schulgeschichte in Jesenwang, wie aus der Schulchronik hervorgeht. Demnach gab es bereits im Jahr 1620 – also während des 30-jährigen Kriegs – eine Schule. Aus dem Jahr 1781 ist ein „strohgedecktes, in jeder Hinsicht unzureichendes Gebäude in der Grafrather Gasse“ als Schulhaus übermittelt.

1823 wollte man den Unterricht wegen des schlechten Zustands dieses Gebäudes in die Willibaldskirche verlegen. Wegen der Kosten und aus Rücksicht auf die Wallfahrer nahm man davon aber wieder Abstand.

Stattdessen wurde 1825 ein neues Schulhaus neben der Kirche bezogen. Doch auch dieses Gebäude war noch nicht der direkte Vorläufer des heutigen Trakts. Der entstand erst 1908 etwas näher an der Ortsstraße, kostete 36 300 Mark und dient heute (noch) als Kindergarten und Gemeindekanzlei. In einer bewegten und von Schulreformen geprägten Geschichte wurde die Platznot dort aber immer größer, so dass 1980 schließlich der Bau des jetzigen Gebäudes beschlossen wurde.

Hier herrscht laut Fraunhofer „Luxus im Vergleich zur früheren Raumsituation“. Das bestätigt auch Schulleiterin Beatrix Pütz, die das Amt 2015 von Krutzenbichler übernommen hat. „Wir haben hier einen großen Hof, einen Verkehrsübungsplatz, einen Hart- und einen Bolzplatz – und außerdem eine schöne naturnahe Lage.“

Auch die Räume bieten genug Platz für die 185 Kinder in den durchgängig zweizügigen vier Jahrgangsstufen. Es besteht sogar noch eine Raumreserve, sollte ein Jahrgang mal dreizügig sein. Und wenn es hart auf hart kommt? „Dann können wir einen weiteren Anbau am Nordflügel machen“, sagt Pütz. Der Platz dafür ist da. Jetzt aber steht erst einmal die Feier zum Jubiläum des Altbaus und der Einweihung der Mittagsbetreuung an.

Die Feier

findet am Freitag, 30. Juni, in der Grundschule an der Römerstraße statt. Ab 15.30 Uhr gibt es eine Ausstellung zur Schulgeschichte und eine Besichtigung der Mittagsbetreuung. Um 16.30 Uhr beginnt der Festakt in der Turnhalle. Ab 18 Uhr klingt die Feier bei geselligem Zusammensein im Pausenhof langsam aus. (ad)

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