Theresia Huberstarb mit 76 Jahren. repro: os

Nachruf

Vor dem Tod noch eine Reise in die Vergangenheit

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Wenige Wochen vor ihrem Tod machte Theresia Huber noch eine Reise in die Vergangenheit. Gemeinsam mit ihrem Mann, ihrem einzigen noch lebenden Bruder und dessen Frau besuchte sie die Stationen ihrer Kindheit in Margertshausen (Landkreis Augsburg).

Jesenwang –  Dort stand das Elternhaus ihrer Mutter, und hier begann Resi, wie sie von allen genannt wurde, ihre Schulzeit.

Doch eigentlich war Resi Huber ein echtes Stadtkind. Geboren im Januar 1943 in der Jakobervorstadt in Augsburg, hing sie ihr Leben lang an ihrer Heimatstadt. Am Umzug nach Margertshausen war der Zweite Weltkrieg schuld. 1950 kehrte die Familie nach Augsburg zurück. Resi Huber wuchs mit zwei Brüdern auf, ein dritter starb bereits im Alter von wenigen Wochen.

Nach Abschluss der Volksschule machte Theresia Huber eine Lehre in einem Milchladen direkt neben der elterlichen Wohnung am Jakobertorplatz. Das Geschäft belieferte auch die nahe Fleischerschule.

Beim Abschlussball der Metzgermeister begegnete die fröhliche junge Frau ihrem späteren Mann – Bernhard Huber aus Jesenwang. Dass sie ihn um einen Kopf überragte, störte sie anfangs. Doch aus den beiden wurde dennoch ein glückliches Paar, 1967 gaben sie sich das Ja-Wort. Im gleichen Jahr kam Sohn Bernhard auf die Welt, 1970 machte Tochter Michaela die Familie komplett.

Immer wieder nach Augsburg

Ihrem Bernhard zuliebe zog Theresia Huber nach Jesenwang, doch das Heimweh nach ihrem geliebten Augsburg plagte sie noch lange. Viele Jahre nutzte sie ihren freien Dienstag für Besuche in der Heimatstadt – sei es, um ihre Eltern zu sehen, sei es, um einfach nur Stadtluft zu schnuppern. Um in der Metzgerei ihres Mannes mitarbeiten zu können, schulte die gelernte Milchverkäuferin in einem Betrieb in Gröbenzell auf Metzgereifachverkäuferin um. Da es dort schon eine Resi gab, wurde die neue Mitarbeiterin kurzehand in Rosmarie umgetauft. Der Name blieb haften. In Jesenwang, wo sie bald neben der Arbeit in der Metzgerei auch die Seele der angeschlossenen Gastwirtschaft war, nannten sie alle so.

Ruhestand war für Theresia Huber ein Fremdwort. Auch, als sie offiziell längst in Rente war, schaute sie täglich im Laden vorbei und unterstützte ihre beiden Kinder und das Team bei allen Arbeiten. Wer sie zu Hause besuchen wollte, fand sie meist nebenan in der Küche der Metzgerei. Ihre vier Enkelkinder verwöhnte sie gern mit deren Lieblingsessen. Überhaupt liebte sie es, andere zu bekochen. Höhepunkt war das jährliche Weihnachtsessen am ersten Feiertag für die gesamte Jesenwanger und Augsburger Verwandtschaft. Echte Ruhepausen gönnte sich Theresia Huber nur im Urlaub, auf Gran Canaria zum Beispiel, in Bad Griesbach oder bei Flussreisen.

Überschattet wurden die letzten Jahre vom Tod ihres geliebten großen Bruders Günter, über den sie nie ganz hinweg kam. Umso größer war die Freude über die Geburt des ersten Urenkelkinds. Zu gern hätte sie Leni noch aufwachsen sehen, doch mehr als das erste Lebensjahr der Kleinen mitzuerleben, war ihr nicht vergönnt. Theresia „Rosmarie“ Huber wurde 76 Jahre alt.  os

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