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Dank-Wallfahrt: Der Ritt geht auf das Jahr 1712 zurück. Damals wütete eine Tierseuche. Die Jesenwanger baten den Heiligen Willibald um Hilfe und wurden erhört

40 Jahre Einsatz für Tradition

Heimatpreis für Willibaldverein in Jesenwang

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Der Willibaldritt in Jesenwang ist eine der größten Traditionsveranstaltungen in Bayern. Dass der Umritt überhaupt noch stattfindet, ist hauptsächlich ein Verdienst des Freundeskreises St. Willibald. Der wird nun geehrt. 

JesenwangBrucks Stimmkreisabgeordneter im Landtag, Reinhold Bocklet, ist selbst ein treuer Fan des Willibaldritts. Er hat den Verein im 40. Jahr seines Bestehens für den Preis vorgeschlagen, der jährlich von der Bayerischen Staatsregierung verliehen wird. Mit 20 Vertretern durfte der Freundeskreis nach Ingolstadt reisen und dort den weißen Porzellanlöwen aus den Händen von Heimatminister Markus Söder in Empfang nehmen.

„Die 20 Leute waren schnell zusammen“, sagt Martin Schmid, Vorsitzender des Freundeskreises. Immerhin zählt der Verein heute knapp 160 Mitglieder. Und selbst das ist nur ein Bruchteil derer, die am Gelingen des Willibaldritts jedes Jahr beteiligt sind. Dabei werden die Pferde durch das Kirchlein gelenkt. Das ist einmalig in ganz Europa. „Feuerwehr, Musiker, Reiter – in der Summe sind rund 400 Leute im Einsatz“, sagt Schmid. Deshalb sieht er den Preis nicht nur als Ehrung für die Arbeit, die der Verein leistet. „Es ist eine Auszeichnung für alle Mitwirkenden.“

Die Macher: Martin Schmid (l.) und Josef Drexler vor dem Tor, durch das die Pferde in die Kirche reiten.

Die Gründungsversammlung des Freundeskreises fand am 20. September 1978 mit immerhin 54 Gründungsmitgliedern statt. Eigentlicher Vereinszweck war damals noch nicht die Durchführung des Willibaldritts. „Wir waren ein Förderverein zur Rettung der Willibaldkirche, und so hieß der Verein damals auch“, erinnert sich der damalige und heutige Vize-Vorsitzende Josef Drexler, der selbst von 1986 bis 2012 Vereinschef war. Das kleine Gotteshaus war damals extrem baufällig. Aus diesem Grund fand der zuvor vom jeweiligen Jesenwanger Pfarrer organisierte Umritt seit 1963 nicht mehr statt.

Lange Tradition: Das historische Foto zeigt den Willibaldritt im Jahr 1949.

So ganz war die Traditionsveranstaltung aber auch beim neu gegründeten Förderverein nicht aus den Augen. „In der Satzung war schon auch das Engagement für kulturelle Zwecke verankert“, sagt Drexler. Und so führte der Freundeskreis 1979 erstmals auch den Umritt durch. „Allerdings konnten wir damals nicht durch die baufällige Kirche reiten“, sagt Drexler. Stattdessen wurden die Pferde an dem Gotteshaus vorbei geführt – nach Drexlers Wissen das einzige Mal in der Geschichte des Umritts.

Auch der FC Bayern hat einen kleinen Teil zur Geschichte beigetragen

Umso klarer war, dass die Kirche erhalten werden musste. Dafür benötigte der Verein vor allem eines: Geld. „Unter anderem haben wir damals ein Fußballspiel zwischen der Kreistagsmannschaft und einer Prominentenmannschaft des FC Bayern angesetzt“, erzählt Drexler. Obwohl viel Werbung gemacht wurde, waren aber kaum Zuschauer gekommen. Der Erlös hielt sich in Grenzen. „Auf Nachfrage hat uns dann zumindest der FC Bayern mit 500 Mark unterstützte.“

Von Markus Söder (l.) erhielt Vize-Vorsitzender Josef Drexler den Löwen, Schiftführerin Gabriele Stark die Urkunde. Auch Jesenwangs Bürgermeister Erwin Fraunhofer und Landtagsvize Reinhold Bocklet (r.) freuten sich.

Doch mit der Zeit zahlte sich das Engagement aus – auch Dank der Hilfe der Heimatzeitung, wie der Vize-Vereinschef betont. „Ohne die Unterstützung durch das Brucker Tagblatt wäre die Kirche wohl abgerissen worden.“ So aber konnte das Gotteshaus Anfang der 1980er-Jahre saniert werden.

Damit stand aber auch der Förderverein vor einer schwerwiegenden Entscheidung: Weitermachen oder Vereinsauflösung? Im April 1983 entschieden die Mitglieder, am Ball zu bleiben, im November erfolgte schließlich die Umbenennung in „Freundeskreis St. Willibald“.

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