Der nächste Versuch im Kampf gegen die Krähen: Die Eier werden aus den Nestern entfernt beziehungsweise durch Gips-Imitate ersetzt. Dafür wurden Monika Dufner vom Umweltamt der Stadt Puchheim und Martin Fischbacher von einer Baumpflegefirma mit einem Kran in luftige Höhe gehievt (Bild oben). Davor zeigte Duffner die Gips-Eier, die den Originalen in Größe und Farbe sehr ähnlich sehen. Da es diese nicht zu kaufen gibt, hat eine Auszubildende der Stadt die Eier von Hand bemalt. Fotos: Peter weber „Wir wollen die Tiere möglichst schonend vertreiben.“Umweltbeauftragte Monika Dufner

In Puchheim

Jetzt geht’s den Krähen an die Eier

Die nächste Runde im Kampf gegen die Saatkrähen-Plage am Schopflachwäldchen ist eingeläutet: Die Stadt Puchheim hat Eier in den Nestern durch Gips-Imitate ersetzt. Jetzt wartet man gespannt, wie die schlauen Tiere reagieren.

Puchheim – Heliumballons, Klatschen, Nester entfernen: Die Stadt hat schon vieles versucht, um der Krähenplage im Bereich des Schopflach-Friedhofs Herr zu wehren – bislang ohne Erfolg. Auch Netze, mit denen zuletzt die Bäume umhüllt wurden, mussten wieder abgenommen werden, weil sich Vögel darin verheddert hatten. Jetzt sollen Gipseier dafür sorgen, dass sich die Tiere nicht mehr ungezügelt vermehren.

Der Kran einer Baumpflegefirma hievte Dufner dazu

gestern in luftige Höhen – ein auch für sie spannender Vorgang, denn: „So nah waren wir den Krähen noch nie.“ Martin Fischbacher von der Pflegefirma kämpfte dagegen mit ganz anderen Problemen: „Vor allem bei Eichen sind die Nester oft an verwinkelten Stellen und weit oben in den Baumspitzen.“ Dennoch schaffte er es, sich mit dem Kranarm einen Weg durchs Geäst zu bahnen.

Die Methode des Eiertauschs ist nicht unbekannt. „In Städten wird sie gegen Tauben eingesetzt“, sagt Monika Sepp, die die Maßnahme wissenschaftlich begleitet. Puchheims Umweltbeauftragte Monika Dufner ergänzt: „Bei Krähen ist es aber eine Art Pilotprojekt.“ Und das funktioniert so: Zwischen drei und sechs Eier legt eine Saatkrähe im Normalfall. In insgesamt acht Nestern werden diese in unterschiedlicher Art und Weise ersetzt.

In zwei Nestern verbleibt ein richtiges Ei, der Rest wird durch Gips-Imitate ersetzt. In

zwei Nestern wird die Hälfte der Eier ersetzt, in zwei weiteren wird die Hälfte ohne Ersatz entnommen. Verbleiben nochmal zwei Nester, in denen die Eier komplett entnommen und nicht ersetzt werden. Damit Dufner die bearbeiteten Nester wiederfindet, wurden sie mit einem Farbspray markiert. Die Höhere Naturschutzbehörde hat den Versuch abgesegnet.

Die Gipseier sehen den Originalen in Größe und Farbe sehr ähnlich. Zu kaufen gab es die Imitate übrigens nicht. Stattdessen hat eine Auszubildende der Stadt die Gipseier von Hand bemalt. Ob der künstlerische Einsatz Wirkung zeigt, sollen zwei Kontrolltermine im Abstand von je einer Woche ergeben. „Wir überprüfen dann, ob die Tiere einfach neue Eier legen“, sagt Dufner. Vor allem beim Teilersatz hofft sie darauf, dass die Vögel so mit der Aufzucht des verbliebenen Nachwuchses beschäftigt ist, dass dies nicht der Fall ist.

Wie es weitergeht, wenn das Ergebnis des Pilotversuchs vorliegt, ist laut Dufner eine politische Entscheidung. „Da muss der Stadtrat drüber diskutieren.“ Je nach Erfolg kann sie sich vorstellen, dass eine der Austauschmethoden in die engere Wahl kommt. Erfolge erzielte man zuletzt bei der Krähen-Splitterkolonie bei der Sprengerinsiedlung auch mit dem sogenannten Birdguard. Durch Panikschreie ihrer Artgenossen aus einem Lautsprecher sollen dabei die Vögel vertrieben.

Eine weitere Methode, um die Krähen zu vergrämen, ist bei der Stadt durchgefallen. Kurz wurde darüber debattiert, ob man die Eier ansticht und anschließend im Nest liegen lässt. Die Vogelembryonen würden dann schlichtweg verenden. „Aber wir wollen die Tiere möglichst schonend vertreiben“, sagt Dufner. Deshalb nehme man nun den Eiertausch auch schon sehr zeitig vor, „damit die Embryonen in den Eiern noch nicht weit entwickelt sind“, so Dufner. (ad)

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